Chinas humanoide Roboter erobern Primetime beim Neujahrsfest
Vier Start-ups präsentieren ihre Technologie vor Millionenpublikum – Regierung setzt auf Robotik als Wachstumstreiber

Chinas aufstrebende Robotik-Branche hat sich beim traditionellen Neujahrsfest eindrucksvoll in Szene gesetzt. Vier Start-ups – Unitree Robotics, Galbot, Noetix und MagicLab – zeigten ihre humanoiden Roboter bei der CCTV-Gala, die im vergangenen Jahr 79 Prozent der Live-TV-Zuschauer in China erreichte. Die Bedeutung des Events entspricht etwa dem Super Bowl in den USA.
Mehr als ein Dutzend Unitree-Roboter demonstrierten komplexe Kampfkunst-Choreografien mit Schwertern, Stäben und Nunchakus in direkter Nähe zu auftretenden Kindern. Besonders beeindruckend: Die Maschinen imitierten die schwankenden Bewegungen des "Drunken Boxing" und zeigten dabei Rückwärtsstürze mit anschließendem eigenständigem Wiederaufstehen. Diese Fault-Recovery-Fähigkeit gilt als technologischer Meilenstein in der Multi-Roboter-Koordination.
Noetix-Roboter traten in einem Comedy-Sketch an der Seite menschlicher Schauspieler auf, während MagicLab-Einheiten einen synchronisierten Tanz zum Song "We Are Made in China" vorführten. Auch Alibabas KI-Chatbot Doubao erhielt prominent Sendezeit im Eröffnungssketch.
Staatliche Förderung treibt Branche voran
Die mediale Präsenz ist kein Zufall. Präsident Xi Jinping traf im vergangenen Jahr fünf Gründer von Robotik-Start-ups – ebenso viele wie aus der Elektrofahrzeug- und Halbleiterbranche zusammen. Der Unitree-Gründer wurde nach der letztjährigen Gala zu einem hochkarätigen Technologie-Symposium mit Xi eingeladen, dem ersten seit 2018.
"Was die Gala unterscheidet, ist die Unmittelbarkeit der Pipeline von der Industriepolitik zum Primetime-Spektakel", erklärt Georg Stieler, Asia Managing Director bei der Technologieberatung Stieler. Unternehmen auf der Gala-Bühne erhielten greifbare Belohnungen durch Regierungsaufträge, Investorenaufmerksamkeit und Marktzugang.
China hat Robotik und KI ins Zentrum seiner "KI+"-Fertigungsstrategie gerückt. Die Regierung setzt darauf, dass Produktivitätsgewinne durch Automatisierung den Druck der alternden Erwerbsbevölkerung ausgleichen. "Humanoide bündeln viele Stärken Chinas: KI-Fähigkeit, Hardware-Lieferkette und Fertigungsambitionen", sagt der Pekinger Technologieanalyst Poe Zhao.
Marktdominanz mit Ansage
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Zur AktienanalyseDie Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Auf China entfielen 2025 rund 90 Prozent der weltweit ausgelieferten 13.000 humanoiden Roboter. US-Konkurrenten wie Teslas Optimus liegen weit zurück. Morgan Stanley prognostiziert für 2026 eine Verdopplung auf 28.000 Einheiten allein im chinesischen Markt.
Branchengrößen wie AgiBot und Unitree bereiten sich auf Börsengänge in diesem Jahr vor. Während der neuntägigen Neujahrsfeiertage kündigten mehrere einheimische KI-Start-ups zudem neue Modelle an – ein strategisch gewählter Zeitpunkt für maximale Aufmerksamkeit.
Selbst Tesla-Chef Elon Musk räumt die Stärke der chinesischen Konkurrenz ein: "Menschen außerhalb Chinas unterschätzen China, aber China ist ein 'Ass-Kicker' auf dem nächsten Level", erklärte Musk im vergangenen Monat. Er erwartet, dass seine größten Konkurrenten bei verkörperter KI chinesische Unternehmen sein werden.


