Chinas Hongqi visiert Stellantis-Werk in Spanien für Europa-Expansion an
Der chinesische Luxusautohersteller Hongqi führt Gespräche mit Stellantis über Fahrzeugfertigung in einem spanischen Werk.

Der chinesische Luxusautohersteller Hongqi, einst die bevorzugte Automarke von Mao Zedong, plant eine Expansion nach Europa. Wie Reuters unter Berufung auf fünf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, führt der Staatskonzern FAW als Eigentümer von Hongqi derzeit Gespräche mit dem Automobilkonzern Stellantis. Ziel ist die Fertigung von Hongqi-Fahrzeugen in einem der spanischen Werke von Stellantis.
Stellantis ist der Mutterkonzern bekannter Marken wie Fiat und Jeep und betreibt mehrere Produktionsstandorte in Spanien. Eine Fertigung vor Ort in Europa würde Hongqi ermöglichen, die seit 2023 geltenden EU-Strafzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge zu umgehen und wettbewerbsfähig auf dem europäischen Markt aufzutreten.
Leapmotor als Bindeglied zwischen FAW und Stellantis
Die Gespräche zwischen FAW und Stellantis laufen nach Angaben von zwei der fünf Quellen über den chinesischen Elektroautohersteller Leapmotor. Dies ist insofern bemerkenswert, als sowohl FAW als auch Stellantis Investoren bei Leapmotor sind. Das gemeinsame Engagement bei Leapmotor schafft damit eine bestehende Geschäftsbeziehung, auf der die neuen Verhandlungen aufbauen können.
Leapmotor ist ein aufstrebender chinesischer Elektrofahrzeughersteller, der in den vergangenen Jahren verstärkt internationale Ambitionen gezeigt hat. Stellantis hatte bereits 2023 eine Beteiligung an Leapmotor erworben und damit ein klares Signal für die Zusammenarbeit mit chinesischen Elektroauto-Herstellern gesetzt.
Hongqi – Von der Staatskarosse zur Luxusmarke
Hongqi, was auf Deutsch „Rote Fahne" bedeutet, hat eine lange Geschichte als Symbol chinesischer Staatsrepräsentation. Die Marke wurde in den 1950er Jahren gegründet und war jahrzehntelang vor allem als Fahrzeug für hochrangige Parteifunktionäre und Staatsgäste bekannt. In den vergangenen Jahren hat FAW Hongqi jedoch gezielt als moderne Luxusmarke repositioniert und investiert stark in Elektrofahrzeuge sowie ein gehobenes Markenimage.
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Zur AktienanalyseDie Expansionspläne nach Europa passen in den breiteren Trend chinesischer Automobilhersteller, die zunehmend versuchen, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Angesichts der EU-Strafzölle auf in China produzierte Elektrofahrzeuge gewinnen lokale Fertigungspartnerschaften dabei strategisch an Bedeutung.
Die Gespräche zwischen FAW und Stellantis befinden sich laut den Quellen noch in einem frühen Stadium. Offizielle Stellungnahmen der beteiligten Unternehmen lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor. Für Stellantis, das zuletzt mit wirtschaftlichem Druck und Werksauslastungsproblemen zu kämpfen hatte, könnte eine solche Partnerschaft eine Möglichkeit darstellen, bestehende Produktionskapazitäten in Spanien besser auszulasten.

