Chinas Griff nach dem Seltenen: Das Monopol bei Seltenen Erden
Europas Abhängigkeit und die dringende Notwendigkeit für alternative Rohstoffquellen und Technologien

Seltene Erden sind Rohstoffe, die eine entscheidende Rolle in der Energiewende spielen. Praseodym, Neodym, Terbium und Dysprosium sind Metalle aus dieser Gruppe, die aufgrund ihrer magnetischen Eigenschaften für Hochleistungsmagnete unverzichtbar sind. Obwohl nur geringe Mengen davon benötigt werden, sind sie von großer Bedeutung für Windräder, Elektromotoren und andere Technologien, die die Energiewende vorantreiben. China spielt eine dominierende Rolle auf dem Markt für seltene Erden, da es 60 Prozent der weltweiten Förderung und 87 Prozent der Aufbereitung kontrolliert. Bei der Weiterverarbeitung zu Magnetprodukten beträgt der Marktanteil Chinas sogar 94 Prozent.
Kurz vor Ende des Jahres 2023 hat China seine Exportgesetze verschärft und die Ausfuhr von Technologien zur Verarbeitung von seltenen Erden verboten. Dies begründete die Volksrepublik mit dem Schutz der nationalen Sicherheit. Experten sehen jedoch darin einen weiteren Schritt in Chinas langfristiger Strategie, die komplette Wertschöpfungskette bei seltenen Erden zu kontrollieren. Dieser Schritt beschränkt nun den Export von Know-how über die gesamte Magnet-Wertschöpfungskette und verschärft die Abhängigkeit Europas von China in Bezug auf diese kritischen Rohstoffe.
Matthias Buchert, Leiter Ressourcen & Mobilität beim Öko-Institut in Darmstadt, betont, dass China den Weltmarkt sowohl quantitativ als auch qualitativ bei der Trennung und Verarbeitung von seltenen Erden dominiert. Dies erfordert einen hohen Kapitaleinsatz, spezifisches Wissen und technologische Erfahrung. Die neuen Exportbeschränkungen erschweren es den USA und der EU, eigene Prozessrouten aufzubauen, sind jedoch nicht unmöglich zu überwinden.
Experte Jan Giese erklärt, dass China seine Monopolstellung bei seltenen Erden strategisch geplant hat. Die Erhöhung der Förderquoten führte zu einem Preisverfall im Jahr 2023, was viele chinesische Raffinerien unprofitabel machte. Dadurch subventioniert China derzeit günstige Seltene-Erden-Produkte für den Weltmarkt. Dies erschwert es westlichen Unternehmen, in den Markt einzutreten und Investoren zu finden.
Die EU muss nun Maßnahmen ergreifen, um unabhängiger von China bei seltenen Erden zu werden. Dies könnte Unternehmen unterstützen, die Projekte zur Förderung und Verarbeitung von seltenen Erden vorantreiben, beispielsweise durch günstige Kredite. Bisher hat die EU jedoch nur begrenzte Finanzierungsmaßnahmen ergriffen und liegt noch weit von ihren selbst gesteckten Zielen entfernt.
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Zur AktienanalyseIm Vergleich dazu sind die USA und Japan bereits weiter fortgeschritten, indem sie Bergbauunternehmen fördern und eigene Lieferketten aufbauen. Europa hinkt hinterher und riskiert, sich von Ländern wie China abhängig zu machen, die Rohstoffe als geopolitische Waffe einsetzen. Der Protektionismus bei kritischen Rohstoffen betrifft nicht nur China, sondern auch andere Länder wie Argentinien, Russland, Vietnam, Indien und Kasachstan.
Die EU sollte Projekte in anderen Ländern in Betracht ziehen, um politisch unabhängiger von China zu werden. Die steigende Nachfrage nach seltenen Erden wird nicht mit der aktuellen Förderung gedeckt werden können. Es ist dringend erforderlich, eigene Quellen für diese kritischen Rohstoffe zu finden und Alternativen zu erforschen, um die Energiewende und die Entwicklung grüner Technologien sicherzustellen.


