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Chinas Exportwachstum verlangsamt sich durch Iran-Krieg und Energieschock

Der Iran-Krieg und steigende Energiekosten bremsen Chinas Exportboom – trotz anhaltend starker KI-getriebener Technologienachfrage.

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Chinas Exportwachstum verlangsamt sich durch Iran-Krieg und Energieschock

Chinas Exportmotor verliert an Fahrt. Nach einem starken Jahresauftakt mit einem Exportwachstum von 21,8% in den Monaten Januar und Februar dürften die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im März laut einer Reuters-Umfrage nur noch um 8,6% im Jahresvergleich gestiegen sein. Der Hauptgrund: Der Krieg im Iran hat einen Energieschock ausgelöst, der die globalen Märkte belastet und Erinnerungen an frühere Golfkonflikte weckt.

Im Zentrum der Krise steht die Straße von Hormus. Die strategische Wasserstraße, durch die rund 20% der weltweiten Öl- und Gasströme fließen, wurde vom Iran geschlossen. Dies hat die Kraftstoff- und Transportkosten weltweit in die Höhe getrieben und die Kaufkraft wichtiger Handelspartner Chinas geschwächt.

KI-Boom als Gegengewicht zum Energieschock

Der März gilt als erster echter Test, ob die globale Begeisterung für künstliche Intelligenz den negativen Effekten des Energieschocks standhalten kann. Die Nachfrage nach Chips und Servern hatte Chinas Technologieexporte zu Jahresbeginn beflügelt und die Hoffnung geweckt, den Rekord-Handelsüberschuss des Vorjahres von 1,2 Billionen US-Dollar noch zu übertreffen. Der Iran-Krieg lässt nun Zweifel an diesem Kurs aufkommen.

Dennoch sehen manche Ökonomen auch Chancen für chinesische Produzenten. Fred Neumann, Chefökonom für Asien bei der HSBC, erklärte, dass Käufer in einem Umfeld steigender Preise verstärkt nach günstigeren Alternativen suchen – wovon China profitieren könnte. Zudem habe jahrzehntelange Rohstoffbevorratung dazu beigetragen, die Auswirkungen von Rohstoffschocks auf die chinesischen Erzeugerpreise abzufedern.

Die Prognosen der Analysten für das Exportwachstum im März fallen dabei sehr unterschiedlich aus. Mizuho Securities erwartet mit einem prognostizierten Anstieg von 24% das stärkste Wachstum, gefolgt von der Macquarie Group mit 17%. Die Citigroup hingegen rechnet lediglich mit einem Zuwachs von 3%. Diese große Bandbreite spiegelt die erhebliche Unsicherheit über die tatsächlichen Auswirkungen des Krieges wider.

Hohe Vergleichsbasis und schwächere Importe

Erschwerend kommt eine hohe Vergleichsbasis hinzu: Im Vorjahreszeitraum hatten chinesische Fabriken ihre Lieferungen forciert, um der Zollfrist von US-Präsident Donald Trump zum sogenannten „Liberation Day" am 2. April zuvorzukommen. Dieser Basiseffekt dürfte das ausgewiesene Wachstum zusätzlich dämpfen.

Auch auf der Importseite zeigt sich eine Verlangsamung. Die chinesischen Einfuhren stiegen im März laut der Umfrage voraussichtlich um 11,2% – nach einem Zuwachs von 19,8% im kombinierten Zeitraum Januar und Februar. Der Handelsüberschuss Chinas dürfte sich im März auf 108 Milliarden US-Dollar verengen, nach 214 Milliarden US-Dollar in den ersten beiden Monaten des Jahres.

Ein positives Signal kommt aus Südkorea: Die südkoreanischen Exporte nach China – ein viel beachteter Frühindikator für die chinesische Nachfrage – stiegen im März um 62,4%. Besonders auffällig war der sprunghafte Anstieg der weltweiten Halbleiterlieferungen um 151,4%, angetrieben durch höhere Speicherpreise und eine robuste KI-getriebene Servernachfrage. Dies deutet darauf hin, dass der Technologiesektor weiterhin eine wichtige Stütze für Chinas Außenhandel bleibt.

Trump-Besuch in China als diplomatisches Signal

Auf diplomatischer Ebene wird erwartet, dass US-Präsident Donald Trump im Mai zu einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping nach China reist. Beobachter erwarten, dass der Besuch Fortschritte beim Agrarhandel und bei Flugzeugteilen bringen könnte. Die tiefen strategischen Gräben zwischen beiden Ländern – insbesondere in Bezug auf Taiwan – dürften durch ein solches Treffen jedoch kaum überbrückt werden.

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