Chinas Exporte enttäuschen im März – Importe auf Vierjahreshoch
Chinas Exportwachstum fiel auf ein Sechsmonatstief, während die Importe so stark stiegen wie seit November 2021 nicht mehr.

Chinas Außenhandel hat im März ein gemischtes Bild geliefert: Die Exporte wuchsen deutlich schwächer als erwartet, während die Importe überraschend stark zulegten. Auf US-Dollar-Basis stiegen die Ausfuhren lediglich um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ein Sechsmonatstief. Analysten hatten laut einer Reuters-Umfrage ein Wachstum von 8,6 Prozent erwartet. Damit fiel das Ergebnis massiv hinter die kombinierten 21,8 Prozent aus den ersten beiden Monaten des Jahres zurück.
Die Importe hingegen überraschten positiv: Sie stiegen im März um 27,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und verzeichneten damit das stärkste Wachstum seit November 2021. Erwartet worden war lediglich ein Plus von 11,2 Prozent. In den vorangegangenen zwei Monaten hatte das Importwachstum zusammen bei 19,8 Prozent gelegen. China veröffentlicht die Handelsdaten für Januar und Februar stets zusammengefasst, um Verzerrungen durch das chinesische Neujahrsfest zu vermeiden.
Nahostkonflikt belastet globale Nachfrageaussichten
Als wesentlichen Belastungsfaktor für die Exportentwicklung nannte Wang Jun, stellvertretender Minister des chinesischen Zolls, das schwierige globale Umfeld. Die weltweiten Ölpreise seien „heftigen Schwankungen" unterworfen, was ein „komplexes und schwieriges" Handelsumfeld schaffe. Der Nahostkonflikt drückt auf die globalen Nachfrageaussichten und trifft damit eine Volkswirtschaft, die stark vom Außenhandel abhängt.
Die Nettoexporte machten im vergangenen Jahr etwa ein Drittel der chinesischen Wirtschaftsleistung aus. Trotz zunehmender Spannungen mit den USA und höherer Zölle bleibt China auf den Handel als Wachstumsmotor angewiesen. Besonders deutlich zeigt sich der Druck im bilateralen Handel mit den Vereinigten Staaten: Die chinesischen Exporte in die USA fielen im März um 26,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ein Rückgang, der sich seit der Eskalation der Handelsspannungen im April des Vorjahres in jedem Monat im zweistelligen Bereich bewegt. Die US-Importe nach China stiegen dagegen nur um 1 Prozent.
Energieimporte rückläufig, seltene Erden stark gefragt
Bei den Rohstoffimporten zeigt sich ein differenziertes Bild. Chinas Rohölimporte fielen im März volumenmäßig um fast 2,8 Prozent und auf US-Dollar-Basis um rund 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Erdgasimporte sanken im Jahresvergleich sogar um 10,6 Prozent auf 8,18 Millionen Tonnen – den niedrigsten Stand seit Oktober 2022. Demgegenüber hat sich der Wert der Importe seltener Erden im vergangenen Monat mehr als verdreifacht, und die Sojabohnenimporte wuchsen volumenmäßig um moderate 20 Prozent.
Chinas strategische und kommerzielle Ölvorräte decken zusammen mit den im Transit befindlichen Mengen weit über 120 Tage der Nettoimporte ab, wie Dan Wang, China-Direktorin bei der Eurasia Group, erläuterte. China könne den Energieschock weitgehend absorbieren, indem es seine Quellen diversifiziere und auf Kohle zurückgreife, so Wang weiter. Dennoch beginnen die durch den Konflikt verursachten höheren Rohstoff- und Energiepreise, die Inputkosten der chinesischen Hersteller zu belasten – was die ohnehin schon geringen Margen der Unternehmen unter Druck setzt.
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Zur AktienanalyseHandelsüberschuss schrumpft, Inflation zieht leicht an
Chinas gesamter Handelsüberschuss belief sich im ersten Quartal 2026 auf 264,3 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zuvor hatte der Überschuss in den ersten beiden Monaten des Jahres noch ein Rekordhoch erreicht, da die Importwerte aufgrund des knapper werdenden weltweiten Angebots gestiegen waren.
Auf der Preisseite zeigen sich erste Inflationssignale: Die Erzeugerpreise stiegen im März um 0,5 Prozent – das erste Mal seit mehr als drei Jahren. Der Verbraucherpreisindex legte mit 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr langsamer als erwartet zu, da die Inlandsnachfrage weiterhin unter Druck steht. Alle Augen richten sich nun auf das BIP-Wachstum für das erste Quartal, das China am Donnerstag veröffentlichen will. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen Anstieg von 4,8 Prozent – nach einem Dreijahrестief von 4,5 Prozent im vierten Quartal 2025.


