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Chinas Eisenerzimporte sinken im Juli wegen schrumpfender Stahlmargen

Wartungsarbeiten und sinkende Profitabilität der Stahlhersteller dämpfen die Nachfrage nach dem wichtigsten Rohstoff der Stahlerzeugung.

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Chinas Eisenerzimporte sinken im Juli wegen schrumpfender Stahlmargen

Chinas Eisenerzimporte sind im Juli gegenüber dem Vormonat um 4% zurückgegangen. Der weltweit größte Verbraucher des Rohstoffs importierte laut Daten der Allgemeinen Zollverwaltung insgesamt 108,09 Millionen Tonnen – nach 112,69 Millionen Tonnen im Juni. Als Hauptgründe gelten anlaufende Wartungsarbeiten bei inländischen Stahlproduzenten sowie zunehmend schrumpfende Stahlmargen.

Im Jahresvergleich zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Die Juli-Importe lagen um 3,3% über dem Vorjahreswert von 104,62 Millionen Tonnen. Damit überschritt China bereits den fünften Monat in Folge die Marke von 100 Millionen Tonnen – ein Zeichen für die strukturell hohe Nachfrage trotz kurzfristiger Schwankungen.

Roheisenproduktion und Profitabilität unter Druck

Die sinkende Eisenerznachfrage spiegelte sich auch in der Roheisenproduktion wider. Laut Daten des Beratungsunternehmens Mysteel sank diese im Juli gegenüber dem Vormonat um 1%. Die Produktionsdrosselung steht in direktem Zusammenhang mit der verschlechterten Ertragslage der Stahlhersteller.

Cody Wang, Analyst beim Beratungsunternehmen Steelhome, erklärt den Rückgang mit zwei Faktoren: „Die weltweiten Eisenerzlieferungen gingen im vergangenen Monat zurück, nachdem sie im Juni zur Erreichung der Quartalsziele hochgefahren worden waren, was zu den niedrigeren Importen Chinas beigetragen hat." Darüber hinaus betont Wang: „Die inländischen Stahlhersteller waren im Juli bei der Eisenerzbeschaffung vorsichtig, da die Stahlmargen weiter schrumpften."

Besonders deutlich zeigt sich die Lage bei einem Blick auf die Profitabilität der Branche: Laut Mysteel-Daten arbeitete Ende Juli nur noch etwa ein Drittel der Stahlproduzenten profitabel – verglichen mit der Hälfte Ende Juni. Dieser rapide Rückgang innerhalb eines einzigen Monats verdeutlicht den wachsenden Druck auf die chinesische Stahlindustrie.

Jahresbilanz bleibt positiv – Wachstum setzt sich fort

Trotz des monatlichen Rückgangs fällt die Jahresbilanz robust aus. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 importierte China insgesamt 736,84 Millionen Tonnen Eisenerz – ein jährliches Wachstum von 5,9%. Analysten gehen davon aus, dass die Eisenerzimporte im Jahr 2026 das dritte Jahr in Folge steigen werden.

Als Treiber dieses Wachstums nennen Analysten zwei wesentliche Faktoren: Zum einen kaufen Stahlhersteller mehr Eisenerz, um sinkende Eisengehalte im Rohmaterial auszugleichen. Zum anderen erhöht das Simandou-Projekt in Guinea das globale Angebot und dürfte die Versorgungslage langfristig verändern.

Stahlexporte ebenfalls rückläufig

Auch bei den Stahlexporten verzeichnete China im Juli einen Rückgang. Die Ausfuhren sanken gegenüber dem Vormonat um 1,9% auf 10,12 Millionen Tonnen, da das inländische Angebot schrumpfte und die Auslandsnachfrage nachließ. Im Jahresvergleich lagen die Juli-Exporte jedoch noch 3% über dem Vorjahreswert.

Für den Zeitraum Januar bis Juli summierten sich die chinesischen Stahlexporte auf rund 65 Millionen Tonnen – ein Rückgang von 4,4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Kombination aus sinkenden Margen, gedrosselter Produktion und nachlassender Exportnachfrage zeichnet ein herausforderndes Bild für die chinesische Stahlindustrie in der zweiten Jahreshälfte 2026.

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