Chinas Außenminister Wang Yi kritisiert Trump-Politik bei UN
Chinas Chefdiplomat Wang Yi teilt beim UN-Sicherheitsrat verdeckt gegen die US-Außenpolitik unter Präsident Trump aus.

Chinas Außenminister Wang Yi hat vor den Vereinten Nationen deutliche Kritik an der Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump geübt. Die Seitenhiebe kamen kaum verhohlen: Wang Yi leitete am Dienstag eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates, bei der er grundlegende Prinzipien der internationalen Ordnung in den Mittelpunkt stellte.
Thema der Sitzung war die UN-Charta sowie die internationale Friedenssicherung und Sicherheit – ein Rahmen, den Wang Yi gezielt nutzte, um die Politik Washingtons zu adressieren. Dabei richtete sich seine Kritik sowohl gegen das US-Vorgehen gegenüber dem Iran als auch gegen den generellen Umgang der US-Regierung mit der Weltorganisation.
„Jegliche einseitigen Militäraktionen, die das Mandat des Sicherheitsrates umgehen, sind inakzeptabel", erklärte Wang Yi in seiner Rede. Obwohl er die USA nicht namentlich nannte, war die Stoßrichtung seiner Aussagen für die anwesenden Diplomaten unmissverständlich.
Spannungen zwischen Washington und Peking
Die Äußerungen Wangs spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen China und den USA wider, die sich zuletzt auf mehreren diplomatischen Schauplätzen gleichzeitig entfalten. Peking positioniert sich dabei zunehmend als Verteidiger multilateraler Institutionen und des auf Regeln basierenden internationalen Systems.
Der UN-Sicherheitsrat ist das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen und für die Wahrung des Weltfriedens zuständig. Sowohl China als auch die USA gehören zu den fünf ständigen Mitgliedern mit Vetorecht – was direkte Konfrontationen in diesem Forum besonders brisant macht. Dass Wang Yi als Vorsitzender der Sitzung die Bühne nutzte, um indirekte Kritik an Washington zu üben, unterstreicht die strategische Dimension des Auftritts.
Kritik an US-Iran-Politik und UN-Umgang
Konkret bezog sich Wang Yi auf zwei Themenkomplexe: das amerikanische Vorgehen gegenüber dem Iran sowie den Umgang der Trump-Administration mit den Vereinten Nationen selbst. Beide Punkte sind seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus Gegenstand internationaler Debatten.
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Zur AktienanalyseChina und Russland haben in der Vergangenheit wiederholt betont, dass militärische Maßnahmen ohne ausdrückliche Genehmigung des Sicherheitsrates gegen das Völkerrecht verstoßen. Wangs Aussage, einseitige Militäraktionen seien „inakzeptabel", reiht sich in diese Linie ein und richtet sich implizit gegen eine mögliche US-Militäroption im Konflikt mit dem Iran.
Für deutsche und europäische Beobachter ist die Entwicklung bedeutsam: Sie zeigt, wie China die Plattform der Vereinten Nationen aktiv nutzt, um sich als Alternative zur US-geführten Weltordnung zu profilieren. Die Bundesregierung und ihre EU-Partner stehen dabei vor der Herausforderung, zwischen den großen Mächten eine eigenständige Position zu behaupten.


