China verteidigt Exportkontrollen für Seltene Erden und bietet USA Kooperation an
Peking bezeichnet die seit April 2025 geltenden Beschränkungen als rechtmäßig und will bei „angemessenen" US-Bedenken zusammenarbeiten.

China will mit den USA bei „angemessenen" Bedenken zu seinen Exportkontrollen für Seltene Erden kooperieren. Das chinesische Handelsministerium erklärte am Mittwoch in einer offiziellen Stellungnahme, die Beschränkungen seien rechtmäßig und legitim. Gleichzeitig signalisierte Peking Gesprächsbereitschaft, um gegenseitige Bedenken zu prüfen und auszuräumen.
Die Exportkontrollen hatte China im April 2025 als Reaktion auf die sogenannten „Liberation Day"-Zölle von US-Präsident Donald Trump eingeführt. Sie schränken den Export bestimmter Seltener Erden und anderer kritischer Mineralien erheblich ein – ein Problem, das US-Beamte wiederholt öffentlich eingeräumt haben. Seltene Erden sind unverzichtbare Rohstoffe für zahlreiche Hochtechnologiebranchen, von der Rüstungsindustrie bis hin zur Elektromobilität.
„Die chinesische Regierung verhängt Exportkontrollen für Seltene Erden und andere kritische Mineralien in Übereinstimmung mit Gesetzen und Vorschriften und prüft Anträge auf konforme, zivile Lizenzen", hieß es in der Erklärung des Ministeriums. Beide Seiten hätten das Thema beim jüngsten Gipfeltreffen in Peking erörtert.
Gipfeltreffen in Peking als Wendepunkt
Das Weiße Haus hatte am Sonntag mitgeteilt, China habe beim Gipfeltreffen in der vergangenen Woche zugestimmt, Bedenken hinsichtlich der Knappheit bestimmter Seltener Erden – darunter Yttrium und Scandium – anzusprechen. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer hob die Problematik in einem separaten Interview ebenfalls hervor, was die Dringlichkeit des Themas für Washington unterstreicht.
Die nun veröffentlichten Statements beider Seiten markieren einen bemerkenswerten Stimmungswandel. Noch vor sechs Monaten hatte das Weiße Haus nach dem Gipfeltreffen in Busan erklärt, die Exportkontrollen würden aufgehoben. Davon ist nun keine Rede mehr – Washington scheint die Beschränkungen stillschweigend als neuen Status quo zu akzeptieren.
Yttrium-Lieferungen brechen dramatisch ein
Besonders kritisch ist die Lage beim Seltenen Erdmetall Yttrium, das zum Schutz von Turbinenschaufeln in Flugzeugtriebwerken und Kraftwerken vor extremer Hitze eingesetzt wird. Chinesische Zolldaten vom Mittwoch zeigen, wie stark die Lieferungen eingebrochen sind: Im April 2025 exportierte China lediglich zehn Tonnen Yttriumoxid in die USA – gegenüber 60 Tonnen im März.
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Zur AktienanalyseDer Rückgang ist im historischen Vergleich noch drastischer. In den 13 Monaten vor Einführung der Kontrollen lagen die monatlichen Lieferungen im Durchschnitt bei rund 30 Tonnen. Seit Inkrafttreten der Beschränkungen sind es im Schnitt nur noch acht Tonnen pro Monat – ein Rückgang von mehr als 70 Prozent.
Für deutsche und europäische Unternehmen, die ebenfalls auf Seltene Erden aus China angewiesen sind, verdeutlicht der Konflikt die strukturelle Abhängigkeit des Westens von chinesischen Rohstofflieferketten. Die Entwicklungen zwischen Washington und Peking dürften daher auch hierzulande in der Industrie- und Rohstoffpolitik aufmerksam verfolgt werden.


