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China verschärft Kontrolle über strategische Metalle

Exportbeschränkungen erhöhen Druck auf westliche Staaten, eigene Lieferketten aufzubauen

China verschärft Kontrolle über strategische Metalle

China setzt erneut auf Exportbeschränkungen für strategisch wichtige Metalle und Mineralien, die für die weltweite Energiewende sowie für die Produktion von Waffen und Elektronik unverzichtbar sind. Die Regierung in Peking hat die bestehenden Kontrollen auf seltene Erden ausgeweitet und fünf weitere Elemente hinzugefügt, was zu einer noch strengeren Überwachung von Produkten führt, die etwa für die Herstellung von Magneten benötigt werden. Diese Maßnahmen sorgen regelmäßig für Unruhe in westlichen Staaten und Unternehmen, die in hohem Maße von Chinas dominanter Rolle bei der Verarbeitung und Produktion veredelter Metalle abhängig sind.

Die Entscheidung, den Export bestimmter Rohstoffe einzuschränken oder mit einem Lieferstopp zu drohen, hat für China jedoch auch eigene Risiken. Ein solcher Schritt könnte die globalen Lieferketten kurzfristig massiv stören, aber gleichzeitig einen Prozess in Gang setzen, durch den westliche Staaten gezwungen wären, neue Kapazitäten für Förderung und Verarbeitung aufzubauen. Zwar sind viele der Rohstoffe nicht besonders selten oder schwer abzubauen, doch bislang fehlt es in Europa und Nordamerika an industrieller Infrastruktur, um diese im großen Maßstab zu veredeln. In einer akuten Versorgungskrise könnte dieser Rückstand jedoch rasch aufgeholt werden, auch wenn dies enorme Kosten verursachen würde.

Die chinesische Regierung läuft Gefahr, durch übermäßige Exportbeschränkungen ihre eigene Industrie langfristig zu schwächen. Sollte der Westen eigene Lieferketten aufbauen, droht Peking mit einem Überangebot an veredelten Metallen konfrontiert zu werden, für die keine internationalen Abnehmer mehr vorhanden sind. Derzeit produziert China rund 90 Prozent der weltweit veredelten seltenen Erden und über 90 Prozent des Graphits. Bei Kobalt liegt der Anteil bei knapp 80 Prozent, bei Lithium bei etwa 70 Prozent. Einschließlich der Kontrolle über die Nickelverarbeitung in Indonesien dominiert China auch rund 70 Prozent der globalen Nickelveredelung. Bei Kupfer hingegen liegt der Anteil unter 50 Prozent, was den westlichen Staaten mehr Spielraum bei der Beschaffung lässt.

Beobachter sehen hinter den jüngsten Maßnahmen vor allem politische Motive. China befindet sich in einem Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten, bei dem beide Seiten ihre wirtschaftlichen Druckmittel ausspielen. Mit den Exportbeschränkungen versucht Peking, seine Verhandlungsposition zu stärken. Doch jede neue Drohung erhöht im Westen den Druck, alternative Strukturen aufzubauen. Schon die Möglichkeit weiterer Einschränkungen reicht aus, um Investitionen in neue Raffinerien und Förderprojekte auszulösen.

Fachleute weisen darauf hin, dass die Verarbeitung von Mineralien inzwischen eine größere strategische Bedeutung hat als deren Förderung. In westlichen Hauptstädten wächst das Bewusstsein, dass nationale Sicherheit auch von der Kontrolle über industrielle Wertschöpfungsketten abhängt. Die Folge dürfte ein zweigeteilter Weltmarkt für strategische Metalle sein – ein teurer, aber stabiler Versorgungspfad für westliche Abnehmer und ein günstiger, politisch abhängiger Markt unter chinesischer Kontrolle.

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