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China verkauft US-LNG weiter wegen Strafzöllen

Zusätzliche Abgaben und schwache Nachfrage treiben Lieferungen nach Europa

 China verkauft US-LNG weiter wegen Strafzöllen

Chinesische Käufer von Flüssigerdgas (LNG) verkaufen derzeit vermehrt US-amerikanische LNG-Ladungen weiter, da neue Zollmaßnahmen die Importkosten deutlich erhöhen. Die Umleitung dieser Lieferungen dürfte sich weiter verstärken, da im April neue, langfristige Lieferverträge in Kraft treten und die heimische Nachfrage in China schwach bleibt. Zu Monatsbeginn hatte China einen 15-prozentigen Strafzoll auf LNG-Importe aus den USA eingeführt und zog Ende der Woche mit weiteren Zöllen auf alle US-Waren nach. Diese Maßnahmen waren eine Reaktion auf die Entscheidung der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, chinesische Waren mit zusätzlichen Zöllen in Höhe von 34 Prozent zu belegen.

Im März importierte China nach Angaben der Analyseunternehmen Kpler und LSEG keinerlei LNG aus den USA. Im Jahr zuvor hatte der Anteil der US-Lieferungen an Chinas Gesamtimporten bei etwa fünf Prozent gelegen. Analysten gehen nun davon aus, dass chinesische LNG-Importeure sämtliche US-Lieferungen weiterverkaufen müssen, da die Differenz in der Zollbelastung zu groß geworden sei. Bereits in den ersten Monaten des laufenden Jahres haben chinesische Käufer rund 70 Prozent der im gesamten Jahr 2024 weiterverkauften US-LNG-Mengen nach Europa umgeleitet.

Ein deutlicher Anstieg dieser Umleitungen wird für die kommenden Monate erwartet, insbesondere nachdem das US-amerikanische Calcasieu-Pass-Projekt des Exporteurs Venture Global den kommerziellen Betrieb aufgenommen hat. Die Preisentwicklung begünstigt derzeit eine Verschiebung der Lieferungen nach Europa gegenüber Asien. Das staatliche chinesische Unternehmen Sinopec hat laut Branchenkreisen einen Vertrag über eine jährliche Abnahme von einer Million Tonnen LNG von Venture Global abgeschlossen, beginnend in diesem Monat. Die für April vorgesehenen Lieferungen seien bereits weiterverkauft worden. Auch das Staatsunternehmen CNOOC soll im April einen Fünfjahresvertrag über 0,5 Millionen Tonnen jährlich mit Venture Global starten.

Neben Sinopec und CNOOC leiten auch andere chinesische Unternehmen wie Sinochem, Foran Energy und PetroChina US-Lieferungen um. Vier chinesische Händler berichteten, dass US-amerikanisches LNG verstärkt nach Europa oder in andere asiatische Märkte umgeleitet werde. Der Transport in Richtung Europa sei aufgrund der geografischen Nähe und der günstigeren Preisrelation attraktiver. Hinzu kommt, dass die Nachfrage in China derzeit niedrig ist und viele kleinere Gasversorger nur bereit sind, Spotmarktpreise zwischen acht und neun Dollar pro mmBtu zu zahlen.

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