China verkauft erneut BHP-Eisenerz auf dem Markt
Nach Gerüchten über ein mögliches Importverbot zeigt sich Bewegung im Rohstoffhandel

Mehrere Schiffsladungen Eisenerz des australischen Bergbaukonzerns BHP sind in China zum Verkauf angeboten worden, nachdem zuvor Befürchtungen über ein mögliches chinesisches Verkaufsverbot aufgekommen waren. Nach Angaben mehrerer mit der Angelegenheit vertrauter Händler wurde am Donnerstag ein 170.000 Tonnen schweres BHP-Frachtlos an einen chinesischen Händler verkauft. Der Handel erfolgte in US-Dollar und markierte die erste Transaktion nach der einwöchigen nationalen Feiertagspause in China.
Am selben Tag bot die Shanghaier Niederlassung der China Mineral Resources Group (CMRG) acht weitere BHP-Ladungen mit einem Gesamtvolumen von rund 1,14 Millionen Tonnen zum Verkauf an chinesische Stahlhersteller an. Das Angebot basierte auf einer Liste, die Reuters vorlag. CMRG wurde 2022 gegründet, um die Eisenerzbeschaffung Chinas zu zentralisieren und günstigere Konditionen bei den internationalen Produzenten zu erreichen.
Die Aktivitäten der CMRG stehen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Australien und China über die Bedingungen im Rohstoffhandel. Bloomberg hatte im September berichtet, CMRG habe großen Stahlherstellern und Händlern mitgeteilt, vorerst keine neuen BHP-Ladungen zu kaufen. Diese Anweisung habe zuvor schon für das BHP-Produkt „Jimblebar fines“ gegolten, eine spezielle Eisenerzqualität, deren Handel im Zuge der laufenden Vertragsverhandlungen zwischen BHP und chinesischen Abnehmern pausiert worden sei.
In Australien löste der Bericht Sorgen aus, Peking könne – ähnlich wie 2020 bei Kohle und anderen Rohstoffen – ein Einfuhrverbot für Eisenerz verhängen. Das Geschäft mit dem Rohstoff gilt als eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes. Nach Informationen aus Industriekreisen dürfen Käufe anderer BHP-Erzsorten derzeit nur mit ausdrücklicher Zustimmung der CMRG erfolgen.
Keines der nun gehandelten oder angebotenen Frachtlose umfasste das Produkt „Jimblebar fines“, dessen Handel weiterhin ausgesetzt ist. Reuters konnte nicht ermitteln, wann die CMRG die angebotenen Frachtmengen von BHP erworben hatte oder wie viele bereits weiterverkauft wurden. Weder CMRG noch BHP gaben dazu auf Anfrage eine Stellungnahme ab.
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Zur AktienanalyseDas Jimblebar-Erz ist zwar ein kleineres, aber liquides Produkt mit einer jährlichen Produktion von etwa 40 Millionen Tonnen. Händler erklärten, dass ein begrenzter Angebotsausfall kaum spürbare Auswirkungen auf den Weltmarktpreis haben dürfte. Als Ersatz könnte das Pilbara-Erz von Rio Tinto dienen, das in seiner Zusammensetzung ähnlich ist.
BHP-Chef Mike Henry hatte laut australischen Medienberichten bereits in der vergangenen Woche bei Gesprächen mit Finanzminister Jim Chalmers betont, die Entscheidung der CMRG sei Teil laufender kommerzieller Verhandlungen und kein politisches Signal. Das Finanzministerium äußerte sich dazu bislang nicht.


