ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

China stoppt Fortescue-Eisenerzlieferungen mitten in laufenden Verhandlungen

Chinas staatlicher Eisenerzkäufer CMRG weist Stahlwerke an, bestimmte Fortescue-Produkte ab 15. Juli nicht mehr anzunehmen.

China stoppt Fortescue-Eisenerzlieferungen mitten in laufenden Verhandlungen

Die Aktien des australischen Bergbaukonzerns Fortescue Metals Group stehen unter Druck. Auslöser ist ein Reuters-Bericht, wonach Chinas staatlich gestützter Eisenerzkäufer China Mineral Resources Group (CMRG) einige inländische Stahlhersteller angewiesen hat, die Annahme bestimmter Eisenerzprodukte von Fortescue zu stoppen. Die Aktien der Fortescue Metals Group (ASX: FMG) fielen daraufhin um 1,1 Prozent auf 19,03 australische Dollar – eine deutlich schwächere Entwicklung als der breite australische Markt, der S&P/ASX 200, der im Nachmittagshandel lediglich rund 0,1 Prozent nachgab.

Laut Reuters hat die CMRG einigen Stahlwerken mündlich mitgeteilt, ab dem 15. Juli keine Lieferungen von Fortescues Produkten „Super Special Fines" und „Fortune Fines" mehr anzunehmen. Die Beschränkungen gelten demnach für Ladungen in den Häfen und markieren den jüngsten Schritt Pekings, die Aufsicht über die Eisenerzbeschaffung zu verschärfen. Der Bericht stützt sich auf Angaben von Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

Besonders brisant: Die Maßnahmen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem Fortescue noch in laufenden Verhandlungen mit der CMRG über Lieferverträge steht. Bereits im vergangenen Monat hatte der staatlich gestützte Käufer Berichten zufolge einige Werke aufgefordert, nicht vor der geplanten Markteinführung über Fortescues neues Produkt „Fortune Fines" zu diskutieren.

Chinas Strategie: Zentralisierung der Eisenerzbeschaffung

Die CMRG wurde 2022 gegründet, mit dem erklärten Ziel, Chinas Eisenerzeinkauf zu zentralisieren und die Verhandlungsposition gegenüber den weltweit größten Bergbauunternehmen zu stärken. Die aktuellen Beschränkungen gegenüber Fortescue sind kein Einzelfall – sie folgen einem ähnlichen Muster, das bereits beim Konkurrenten BHP Group (ASX: BHP) zu beobachten war. Dort dauerte ein vergleichbarer Streit mehrere Monate an, bevor BHP im April eine Liefervereinbarung mit der CMRG erzielte. Reuters berichtete, dass Peking die Beschränkungen für mehrere BHP-Produkte nach Abschluss dieser Verhandlungen wieder aufhob.

Für Fortescue steht dabei besonders viel auf dem Spiel: China ist der mit Abstand wichtigste Exportmarkt des australischen Unternehmens, da der Großteil des geförderten Eisenerzes dorthin geliefert wird. Die Abhängigkeit vom chinesischen Markt macht Fortescue besonders anfällig für derartige politisch motivierte Handelsbeschränkungen.

Lagerbestände in chinesischen Häfen als Gradmesser

Ein Blick auf die Lagerbestände verdeutlicht das Ausmaß der Situation. Laut Reuters beliefen sich die Bestände an Fortescues „Super Special Fines" in den wichtigsten chinesischen Häfen zum 30. Juni auf 7,22 Millionen Tonnen. Das entspricht, basierend auf Daten des Marktforschungsunternehmens Steelhome, rund 5 Prozent der gesamten Eisenerzvorräte in den chinesischen Häfen – ein nicht unerheblicher Anteil.

Die Entwicklung zeigt, wie gezielt China seine Marktmacht als weltgrößter Eisenerzkäufer einsetzt, um Verhandlungsdruck auf ausländische Bergbaukonzerne auszuüben. Für Anleger bleibt die Situation bei Fortescue vorerst ungewiss – ähnlich wie beim BHP-Fall dürfte eine Einigung mit der CMRG jedoch letztlich im Interesse beider Seiten liegen.

Fortescue Metals GroupEisenerz ChinaCmrg LieferbeschränkungenFmg AktieChina Mineral Resources GroupEisenerzmarktBhp Eisenerz

Disclaimer