China stoppt Bestellungen für Nvidia H200
Bericht zufolge prüft Peking Pflicht zum Einsatz heimischer KI-Chips

China hat nach einem Medienbericht mehrere heimische Technologieunternehmen angewiesen, ihre Bestellungen für den KI-Chip H200 des US-Halbleiterkonzerns Nvidia auszusetzen. Die Entscheidung sei in dieser Woche gefallen, berichtete der Branchendienst „The Information“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach prüft die Regierung in Peking zugleich, den Einsatz heimischer KI-Chips verbindlich vorzuschreiben, um die eigene Industrie zu stärken. Eine offizielle Stellungnahme der chinesischen Behörden lag zunächst nicht vor.
Auch von Nvidia gab es vorerst keinen Kommentar. Noch vor Kurzem hatte sich Konzernchef Jensen Huang zuversichtlich gezeigt, dass chinesische Kunden den H200 bestellen würden. Er hatte erklärt, keine formelle Genehmigung aus Peking zu erwarten und zugleich auf eine hohe Nachfrage sowie anlaufende Lieferketten verwiesen. Die nun bekannt gewordene Anweisung stellt diese Einschätzung infrage und sorgt für neue Unsicherheit im Geschäft mit dem wichtigen chinesischen Markt.
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund einer angespannten handelspolitischen Lage zwischen den USA und China. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor ein von der Vorgängerregierung verhängtes Verkaufsverbot für fortschrittliche KI-Chips nach China aufgehoben. In diesem Zuge hatte die US-Regierung Nvidia erlaubt, den speziell für China konzipierten H200-Chip an dortige Kunden zu liefern. Damit schien der Weg für neue Geschäfte zunächst frei.
Nach Angaben aus Unternehmenskreisen plante Nvidia, noch vor dem chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar mit der Auslieferung des H200 zu beginnen. Voraussetzung dafür war jedoch die Zustimmung der chinesischen Regierung. Der H200 ist eine leistungsschwächere Variante des „Blackwell“-KI-Chips, die eigens für den chinesischen Markt entwickelt wurde. Im Vergleich zum bisher in China verfügbaren Modell H20 bietet er dennoch eine deutlich höhere Rechenleistung.
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Zur AktienanalysePeking verfolgt seit Längerem das Ziel, die heimische Halbleiterindustrie zu fördern und die Abhängigkeit von westlicher Technologie zu reduzieren. Die mögliche Verpflichtung zum Einsatz chinesischer KI-Chips würde diese Strategie weiter untermauern. Gleichzeitig verschärft sich damit der technologische Wettbewerb zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Die USA und China sehen sich in einem Wettrennen um die Führungsrolle bei Künstlicher Intelligenz, bei dem der Zugang zu leistungsfähigen Chips eine zentrale Rolle spielt.

