China startet Yuan-basierte LNG-Futures im Februar 2025
China plant bereits im nächsten Monat die Einführung von Yuan-basierten LNG-Futures an der Shanghai Futures Exchange. Der Schritt soll die Abhängigkeit von westlichen Preisbenchmarks reduzieren und die Energiesicherheit stärken.

China wird laut Insider-Informationen voraussichtlich bereits im Februar 2025 Futureskontrakte für verflüssigtes Erdgas (LNG) in Yuan-Währung an der Shanghai Futures Exchange (ShFE) einführen. Die Initiative zielt darauf ab, chinesischen Importeuren mehr Unabhängigkeit bei der Preisabsicherung zu verschaffen und die Dominanz westlicher Benchmarks herauszufordern.
Strategische Neuausrichtung im Rohstoffhandel
Die Einführung der Yuan-basierten LNG-Kontrakte markiert einen bedeutenden Schritt in Chinas Bestreben, eigene Preisbenchmarks für kritische Rohstoffe zu etablieren. Bisher mussten chinesische Unternehmen physische Kontrakte auf Basis von Überseepreisen wie dem Japan-Korea Marker (JKM), Henry Hub oder der europäischen Title Transfer Facility abschließen. "China braucht eine Benchmark, die seine eigene Nachfrage und sein eigenes Angebot widerspiegelt. Das JKM kann das nicht leisten, da es hauptsächlich Japan und Korea bedient", erklärte ein staatlicher Gashändler, der an den Vertragsgesprächen beteiligt ist.
Die Shanghai Futures Exchange und die chinesische Wertpapieraufsichtsbehörde haben auf Anfragen bisher nicht reagiert. Insider berichten jedoch, dass die Vorbereitungen bereits weit fortgeschritten sind und die Kontrakte für internationale Investoren zugänglich sein werden.
Chinas Position als weltgrößter LNG-Importeur
China ist der weltweit größte Importeur von verflüssigtem Erdgas. Die LNG-Lieferungen ins Reich der Mitte brachen im vergangenen Jahr allerdings aufgrund von US-Zöllen, schwacher Industrienachfrage sowie einem starken inländischen Angebot ein. Für 2025 prognostiziert Ole Dramdal, Analyst bei Rystad Energy, einen Anstieg der chinesischen Importe um 12 Prozent auf 76,5 Millionen metrische Tonnen.
Die globale LNG-Produktion wird in diesem Jahr voraussichtlich stark zunehmen, was die Versorgungsengpässe seit der russischen Invasion in der Ukraine 2022 lindern dürfte. Dies könnte die Nachfrage ankurbeln und gleichzeitig die Preise stabilisieren.
Geopolitische Dimension und Dollar-Alternative
Die Einführung Yuan-basierter Kontrakte fügt sich in Chinas breitere Strategie ein, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren. Morgan Stanley erklärte kürzlich, dass die US-Politik eine "multipolare Welt" schaffe und den Status des Dollars als Handelswährung untergrabe. Ein leitender Angestellter einer globalen Bank betonte: "China ist der größte Einzelabnehmer der meisten Rohstoffe, dennoch findet die Preisfindung auf anderen Märkten statt."
Durch die Yuan-Denominierung können chinesische Banken zudem neue Finanzprodukte entwickeln, darunter LNG-gebundene Kredite, Rückkaufvereinbarungen und forderungsbesicherte Wertpapiere. Dies stärkt die Energiesicherheit Chinas, insbesondere in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten.
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Zur AktienanalyseInternationale Beteiligung erwartet
Analysten erwarten, dass internationale Ölkonzerne, westliche Händler und Exporteure aus dem Nahen Osten Interesse an den neuen Kontrakten zeigen werden. "Jeder, der eine China-Position hält, wäre bereit, an dem auf Yuan lautenden Futureskontrakt teilzunehmen", so Marktbeobachter. Ausländische Unternehmen müssten allerdings eine in China ansässige Handelseinheit gründen, um am Handel teilnehmen zu können.
Langfristig könnten Lieferverträge nach China stärker an Shanghai-Kontrakte gekoppelt werden, anstatt wie bisher an Brent-Öl. Dies würde die Marktstellung der ShFE deutlich stärken und China mehr Kontrolle über die Preisbildung bei einem seiner wichtigsten Energieträger verschaffen.

