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China soll US-Agrarprodukte für Milliarden Dollar kaufen

Nach dem Trump-Xi-Gipfel erwartet US-Handelsbeauftragter Greer chinesische Agrarkäufe in zweistelliger Milliardenhöhe jährlich.

China soll US-Agrarprodukte für Milliarden Dollar kaufen

Die USA erwarten, dass China im Zuge eines Gipfeltreffens zwischen Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Peking Agrarkäufe in zweistelliger Milliardenhöhe zusagen wird. Das erklärte US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer am Freitag in einem Interview mit Bloomberg Television. Die Vereinbarung soll demnach über einen Zeitraum von drei Jahren gelten.

Greer verwies dabei auf ein bereits im Oktober vergangenen Jahres geschlossenes Abkommen über den Kauf von 25 Millionen Tonnen Sojabohnen pro Jahr. Darüber hinaus erwartet Washington nun eine weitergehende Vereinbarung: „Aus diesem Besuch geht eine Vereinbarung über Käufe von Agrarprodukten in zweistelliger Milliardenhöhe pro Jahr über die nächsten drei Jahre hervor", so Greer. Er betonte, dass es sich dabei nicht nur um Sojabohnen handele, sondern um ein breiteres Spektrum an Agrarprodukten.

Auch Präsident Trump äußerte sich in einem am Donnerstagabend ausgestrahlten Interview in der Fox-News-Sendung „Hannity" zu dem Thema. „China wird eine Menge unserer Agrarprodukte kaufen", sagte Trump. Welche Produkte konkret enthalten sein werden und ob Sojabohnen Teil der zweistelligen Milliardenkäufe sind, war zunächst nicht abschließend geklärt.

Sojabohnen im Mittelpunkt der Handelsverhandlungen

Sojabohnen sind das wichtigste US-Exportgut nach China, das als mit Abstand größter Abnehmer weltweit gilt. Die Ölsaaten spielten bereits in den Handelsverhandlungen während der ersten und zweiten Trump-Administration eine zentrale Rolle. Händler und Analysten gehen davon aus, dass die bestehende Sojabohnen-Verpflichtung Teil des neuen Deals sein wird – allein dieser Posten entspräche einem Wert von mehr als zehn Milliarden US-Dollar.

Greer erklärte zudem, China habe seine bisherigen Verpflichtungen bei den Sojabohnenkäufen erfüllt. Washington erwarte, dass der Großteil der weiteren Käufe in der zweiten Jahreshälfte erfolgen werde. Ein in Asien ansässiger Händler kommentierte dies kritisch: „Zweistellig bedeutet gar nichts, aber das Wort ‚später' bedeutet, dass China keine Bohnen aus der alten Ernte kaufen wird."

Im Februar hatte Trump die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass China zusätzliche acht Millionen Tonnen aus der vergangenen amerikanischen Ernte kaufen könnte. Händler bewerten solche Verkäufe inzwischen jedoch als höchst unwahrscheinlich. Im Vorfeld des Gipfels hatten die Märkte ohnehin nicht damit gerechnet, dass Peking das Sojabohnen-Ziel über 25 Millionen Tonnen hinaus anheben würde – eine Einschätzung, die US-Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag mit dem Hinweis bestärkte, das bestehende Abkommen regle die Angelegenheit bereits.

Zölle als entscheidender Faktor für private Käufer

Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit einer möglichen Senkung der Zölle auf Sojabohnen. Hohe Zölle hatten private chinesische Verarbeitungsbetriebe im vergangenen Jahr faktisch vom Kauf amerikanischer Sojabohnen ausgeschlossen. Staatliche Agrarhändler waren zeitweise die einzigen aktiven Käufer auf dem Markt. Eine Zollsenkung könnte privaten Verarbeitern den Wiedereinstieg ermöglichen und die Nachfrage nach US-Sojabohnen deutlich beleben.

Für deutsche Anleger und Agrarunternehmen ist die Entwicklung des sino-amerikanischen Agrarhandels von Bedeutung, da sie die globalen Rohstoffpreise – insbesondere für Sojabohnen und verwandte Produkte – maßgeblich beeinflusst. Eine Einigung zwischen Washington und Peking könnte die Preisdynamik an den internationalen Agrarmärkten spürbar verändern.

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