China setzt auf brasilianische Sojabohnen trotz US-Importe
China wird in der ersten Jahreshälfte 2026 verstärkt auf brasilianische Sojabohnen setzen. Rekordernten und günstige Preise machen Südamerika zum bevorzugten Lieferanten – trotz wiederaufgenommener US-Importe.

Der weltgrößte Importeur von Ölsaaten bevorzugt brasilianische Lieferungen aufgrund deutlicher Preisvorteile. Private chinesische Verarbeiter sichern sich bereits jetzt Lieferungen ab Februar, während die brasilianische Ernte an Fahrt gewinnt und die Preise drückt.
Politische Käufe aus den USA
Seit Ende Oktober haben chinesische Staatsunternehmen Sinograin und COFCO rund 12 Millionen Tonnen US-Sojabohnen gekauft. Diese Käufe erfolgten ausschließlich aus politischen Gründen nach dem Treffen der Staatschefs beider Länder. Private Händler meiden US-Ware aufgrund höherer Preise.
China erhebt einen Zollsatz von 13 Prozent auf US-Sojabohnen, während brasilianische Lieferungen nur mit 3 Prozent belastet werden. Dieser Unterschied macht amerikanische Sojabohnen für private Verarbeiter deutlich unattraktiver.
Deutlicher Preisvorteil für Brasilien
Mitte November kosteten brasilianische Sojabohnen mit Dezember-Verschiffung 507,90 Dollar pro Tonne – günstiger als US-Lieferungen vom Golf (516,90 Dollar) oder Pazifischen Nordwesten (510,50 Dollar). Bei 12 Millionen Tonnen hätte China für US-Ware zwischen 31 und 108 Millionen Dollar mehr bezahlt.
"Brasiliens Sojabohnen sind in dieser Zeit deutlich billiger als US-Soja", bestätigt ein Händler eines großen globalen Unternehmens. Die Verarbeitungsspannen für brasilianische Sojabohnen mit Verschiffung zwischen März und Juni bleiben günstig.
Rekordernte in Südamerika erwartet
Brasilien und Argentinien, die Hauptproduktionsländer Südamerikas, erwarten Rekordernten. "Unsere große Ernte macht unser Produkt billiger als das der USA, und das wird voraussichtlich bis zur Ankunft des neuen US-Soja ab September anhalten", erklärt Adelson Gasparin, Getreidemakler in Südbrasilien.
Händler erwarten höhere Exporte aus Brasilien nach China im Zeitraum März bis Juni – mehr als im Vorjahr. Weitere US-Buchungen werden nicht erwartet, da die nordamerikanische Exportsaison erst im September beginnt.
Politische Dimension bleibt präsent
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Zur AktienanalyseDan Wang von der Eurasia Group betont: "Chinas derzeitiges Kaufvolumen an US-Sojabohnen ist begrenzt und reicht nur aus, um vor dem April-Treffen der Staatschefs eine positive politische Atmosphäre aufrechtzuerhalten." US-Präsident Donald Trump kündigte an, China im April zu besuchen.
Das Weiße Haus hatte mitgeteilt, China habe zugesagt, ab 2026 über drei Jahre mindestens 25 Millionen Tonnen US-Sojabohnen pro Jahr zu kaufen. Die bisherigen 12 Millionen Tonnen liegen jedoch deutlich unter den 23 Millionen Tonnen des Erntejahres 2024/25.
Selbst bei weiteren politisch motivierten Käufen durch Staatsunternehmen dürften private Verarbeiter weiterhin brasilianische Ware bevorzugen – ein klarer Vorteil für Südamerikas Agrarindustrie.


