China lockert Immobilienpolitik: Billionen-Hilfen für verschuldeten Sektor
Peking setzt umfassendes Maßnahmenpaket zur Rettung des krisengeschüttelten Immobilienmarkts um

Der chinesische Immobiliensektor erhält massive staatliche Unterstützung zur Bewältigung der seit Mitte 2021 andauernden Schuldenkrise. Der Markt, der auf seinem Höhepunkt ein Viertel der chinesischen Wirtschaftsleistung ausmachte, kämpft weiterhin mit zahlreichen Zahlungsausfällen von Bauträgern. Die Regierung in Peking hat seit 2023 ein umfangreiches Hilfspaket geschnürt, das den Sektor stabilisieren soll.
Die Zentralbank kündigte im Mai ein Wiederanlageprogramm in Höhe von 300 Milliarden Yuan an, das Kredite von insgesamt 500 Milliarden Yuan ermöglichen soll. Mit diesen Mitteln sollen staatlich kontrollierte Unternehmen leerstehende Wohnungen aufkaufen und für bezahlbaren Wohnraum umwidmen. Gleichzeitig senkte die Notenbank die Mindestanzahlungen für Erst- und Zweitkäufer auf 15 Prozent beziehungsweise 25 Prozent.
Im September folgte ein umfassendes Konjunkturpaket mit weitreichenden Zinssenkungen. Die durchschnittlichen Zinssätze für bestehende Hypotheken wurden um 50 Basispunkte gesenkt. Die Mindestanzahlung für alle Arten von Eigenheimen wurde auf einheitlich 15 Prozent reduziert. Metropolen wie Peking, Shanghai und Shenzhen lockerten zudem ihre Beschränkungen für nicht-lokale Käufer erheblich.
Whitelist-Programm wird massiv ausgeweitet
Ein zentrales Element der Rettungsstrategie ist die sogenannte "Projekt-Whitelist". Bis Ende des Jahres strebt China eine Ausweitung dieses Programms auf 4 Billionen Yuan (umgerechnet 575 Milliarden US-Dollar) an. Banken dürfen Kredite für bevorzugte Projekte auf dieser Liste um bis zu fünf Jahre verlängern. Dies soll Bauträgern mehr finanziellen Spielraum verschaffen und die Fertigstellung begonnener Projekte sicherstellen.
Die Behörden haben zudem die umstrittene "Drei Rote Linien"-Politik beendet, die Obergrenzen für Schuldenquoten festlegte und als Auslöser der Schuldenkrise gilt. Diese Regelung hatte die Kreditaufnahme der Bauträger stark eingeschränkt und zu einer Kettenreaktion von Zahlungsausfällen geführt.
Kaufbeschränkungen in Großstädten fallen
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseShanghai und Peking hoben im August alle Beschränkungen für den Hauserwerb durch Einheimische in nicht-zentralen Bezirken auf. Diese Maßnahme soll die Nachfrage ankurbeln und den stockenden Immobilienmarkt wieder in Schwung bringen. Weitere Lockerungen folgten in den darauffolgenden Monaten.
Im November startete Chinas Wertpapieraufsichtsbehörde ein Pilotprogramm für gewerbliche Immobilien-Investmentfonds (REITs). Dies soll institutionellen Anlegern neue Möglichkeiten eröffnen und frisches Kapital in den Sektor bringen. Trotz dieser umfangreichen Maßnahmen mahnen Bauträger und Analysten weiterhin zur Vorsicht, da die strukturellen Probleme des Sektors noch nicht vollständig gelöst sind.


