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China liefert wieder seltene Erden – aber zögerlich

Europäische Industrie erhält Lizenzen, US-Firmen kämpfen weiter mit langen Wartezeiten

China liefert wieder seltene Erden – aber zögerlich

Der Nachschub an seltenen Erden aus China kommt wieder in Gang – allerdings nicht ohne Einschränkungen. Zwar haben europäische Zulieferer inzwischen genügend Exportlizenzen erhalten, um einen weitgehenden Stillstand in der Automobilproduktion zu vermeiden, doch zahlreiche Anträge sind weiterhin offen. Laut Nils Poel vom Verband CLEPA beschleunigt sich die Vergabe der Genehmigungen – der Anteil genehmigter Anträge sei von 25 auf 60 Prozent gestiegen. Probleme gebe es jedoch vor allem bei Endabnehmern in den USA oder wenn Waren über Drittländer wie Indien transportiert würden.

Insgesamt herrsche vorsichtiger Optimismus in der Branche. Man rechne damit, im Juli weiter produzieren zu können, auch wenn es zu punktuellen Unterbrechungen kommen könne, so Poel. In den vergangenen Wochen hatte es bereits Produktionsausfälle gegeben. Ford-Chef Jim Farley sagte bei einem öffentlichen Auftritt, dass das Unternehmen mehrere Fabriken wegen Mangels an Magneten schließen musste. Konzerne wie Volkswagen meldeten stabile Lieferketten, während Stellantis erklärte, kurzfristige Produktionsprobleme überwunden zu haben.

Hintergrund der angespannten Lage sind Exportbeschränkungen Chinas, die seit April für sieben seltene Erden und entsprechende Magnetprodukte gelten. Die Maßnahmen gelten als Reaktion auf US-Zölle. Seitdem sind die Ausfuhren seltener Erdmagnete aus China um etwa 75 Prozent zurückgegangen. Dies führte zu Produktionsstopps bei Automobilherstellern in Asien, Europa und den USA.

Ein zwischen Washington und Peking kürzlich vereinbartes Abkommen soll nun Abhilfe schaffen. Die Vereinbarung soll Genehmigungsverfahren für US-Firmen beschleunigen. Details des Deals, der laut chinesischer Angaben bereits in London ausgehandelt wurde, blieben jedoch vage. Beide Seiten erklärten lediglich, man werde künftig im Rahmen der geltenden Gesetze kooperieren.

Nach Angaben eines anonymen europäischen Beamten erteilt China derzeit lediglich das absolute Minimum an kritischen Lizenzen, um Produktionsstillstände zu vermeiden. Bei US-Firmen zeigt sich ein ähnliches Bild. Joe Stupfel, Chef des US-Magnetherstellers Dexter Magnetic Technologies, erklärte, sein Unternehmen habe lediglich fünf von 180 beantragten Lizenzen erhalten – und das nur für zivile Anwendungen. Die Bearbeitungszeiten seien lang: Allein die korrekte Antragstellung dauere 45 Tage, anschließend vergingen nochmals rund eineinhalb Monate bis zur Genehmigung.

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