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China kontrolliert bis 2030 fast 40% der weltweiten Lithiumproduktion

Chinesische Unternehmen bauen ihren Einfluss auf kritische Batterie-Lieferketten durch Investitionen in Afrika, Australien und Südamerika massiv aus.

China kontrolliert bis 2030 fast 40% der weltweiten Lithiumproduktion

Chinesische Unternehmen werden bis 2030 rund 39% der weltweiten Lithiumproduktion kontrollieren. Das prognostiziert das Analysehaus Wood Mackenzie auf Basis seiner Plattform „Lens Metals & Mining". Damit festigt Peking seinen strategischen Einfluss auf die globalen Batterie-Lieferketten – trotz einer zunehmend breiter gestreuten geografischen Verteilung der Bergbauerträge.

Der Anteil chinesischer Eigentümer an Lithium-Abbaustätten ist laut Wood Mackenzie seit 2020 stetig von etwa einem Drittel gestiegen. Entscheidend dabei: Chinesische Konzerne haben ihre Aktivitäten weit über die heimische Produktion hinaus ausgeweitet und Beteiligungen an australischen sowie argentinischen Vermögenswerten aufgebaut. Gleichzeitig finanzieren sie einen Großteil der aufstrebenden Lithiumindustrie Afrikas.

„Lithiumproduktion und Lithiumeigentum driften zunehmend auseinander, was die globalen Lieferketten für kritische Mineralien neu gestaltet", erklärt Allan Pedersen, Forschungsdirektor für Energiewende und Batteriematerialien bei Wood Mackenzie. „Während das Produktionswachstum geografisch vielfältiger wird, bleibt das Eigentum auf eine relativ kleine Gruppe von Unternehmen konzentriert, die zumeist von China angeführt werden."

Australien verliert Marktanteile – Afrika gewinnt

Besonders deutlich zeigt sich die Verschiebung beim weltgrößten Lithiumproduzenten Australien: Dessen Anteil am globalen Abbau soll von 43% im Jahr 2020 auf nur noch 25% bis 2030 sinken. Der Rückgang ist direkt mit dem Aufstieg Afrikas verknüpft, dessen Anteil im gleichen Zeitraum von nahezu null auf 13% klettern soll. Südamerika wird trotz anhaltender Investitionen laut Wood Mackenzie bis 2030 ebenfalls unter 25% Marktanteil fallen.

Zu den jüngsten chinesischen Transaktionen zählen die geplante Übernahme von Atlantic Lithium (ASX: A11) durch Huayou Cobalt sowie eine Co-Investition in das Ewoyaa-Projekt in Ghana. Darüber hinaus hat Hainan Mining in das Bougouni-Projekt von Kodal Minerals (LON: KOD) in Mali investiert. Diese Deals illustrieren das systematische Vorgehen chinesischer Konzerne beim Aufbau einer globalen Rohstoffbasis für die Batterieproduktion.

„Mit wenigen Ausnahmen wurde das Lithium-Wachstum in Afrika durch chinesisches Kapital finanziert", betont Pedersen. „Dies wirft wichtige Fragen in Bezug auf Eigentumsverhältnisse, Wertschöpfung und den langfristigen Einfluss auf die Lieferkette auf, während die Produktion weiter skaliert wird."

Europa holt in der Lieferkette auf

Während China die Minenbeteiligungen dominiert, stärkt Europa seine Position auf andere Weise. Nach der Übernahme von Arcadium Lithium durch Rio Tinto (ASX, LON: RIO) und der Expansion von Equinor (NYSE: EQNR) in den Bereich Batteriematerialien gewinnt Europa an Gewicht – allerdings weniger durch den direkten Besitz von Minen.

Laut Wood Mackenzie resultieren Europas Fortschritte vielmehr aus der zunehmenden Kontrolle über die breitere Batterie-Lieferkette: durch Investitionen in Raffination, Fertigung und Recycling. Unternehmen wie Rio Tinto, Stellantis und Renault sichern sich Beteiligungen und Lieferverträge rund um Lithiumprojekte in Argentinien, Deutschland und anderen Ländern.

Konkret baut Europa seine Raffinationskapazitäten durch Projekte wie Vulcan Energy in Deutschland und das Keliber-Projekt von Sibanye-Stillwater (JSE: SSW, NYSE: SBSW) in Finnland aus. Für deutsche Anleger und Industrieunternehmen ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung: Die Abhängigkeit von chinesisch kontrollierten Lieferketten bleibt ein zentrales Risiko für die europäische Elektromobilitätsstrategie und die heimische Batteriezellfertigung.

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