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China: Kohleanteil am Strommix erstmals unter 50 Prozent

Der weltgrößte Kohleverbraucher erzeugt erstmals weniger als die Hälfte seines Stroms aus Kohle – ein historischer Wendepunkt.

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China: Kohleanteil am Strommix erstmals unter 50 Prozent

China hat in der ersten Jahreshälfte 2026 einen historischen Meilenstein erreicht: Erstmals fiel der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung unter die Marke von 50 Prozent. Kohle machte in den sechs Monaten bis Juni genau 49,7 Prozent des chinesischen Strommixes aus, wie Xing Yiteng, stellvertretender Generaldirektor der Abteilung für Entwicklung und Planung der chinesischen Energiebehörde, am Donnerstag mitteilte.

Für das bevölkerungsreichste Land der Erde und den weltweit größten Kohleverbraucher ist dies ein bedeutsamer Einschnitt. Jahrzehntelang war Kohle das Rückgrat der chinesischen Energieversorgung und trieb das rasante Wirtschaftswachstum des Landes an. Der Rückgang unter die 50-Prozent-Schwelle markiert nun einen strukturellen Wandel im chinesischen Energiesystem.

Erneuerbare Energien überschreiten 40-Prozent-Marke

Parallel zum Rückgang der Kohle verzeichneten erneuerbare Energien einen bemerkenswerten Anstieg. Sie erreichten in der ersten Jahreshälfte 2026 einen Anteil von 41,2 Prozent am Strommix – ebenfalls ein erstmaliges Überschreiten der 40-Prozent-Schwelle. Wind- und Solarenergie trugen dabei 24,6 Prozent bei. Erdgas und Kernenergie decken den verbleibenden Teil des Strommixes ab.

Diese Zahlen verdeutlichen, wie dynamisch der Ausbau der erneuerbaren Energien in China voranschreitet. Insbesondere Photovoltaik und Windkraft haben in den vergangenen Jahren massiv an Kapazität gewonnen und verdrängen zunehmend fossile Energieträger aus dem Strommix.

Steigende Stromnachfrage bleibt eine Herausforderung

Trotz des positiven Trends warnen Analysten vor voreiligem Optimismus. Aufgrund der rasant steigenden Stromnachfrage könnte China im Gesamtjahr dennoch mehr Kohle verbrauchen als im Vorjahr. Treiber dieser Nachfrage sind unter anderem die verstärkte Nutzung von Elektrofahrzeugen, der massive Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz sowie ein anhaltendes Exportwachstum der chinesischen Industrie.

Diese Entwicklung zeigt das Dilemma, vor dem China steht: Einerseits wächst der Anteil erneuerbarer Energien schnell, andererseits steigt der absolute Energiebedarf so stark, dass auch die Kohleverstromung in absoluten Mengen nicht zwingend sinkt. Der Anteil am Mix und die tatsächlich verbrauchte Menge sind dabei zwei verschiedene Größen.

Chinas Klimaziele und der Weg bis 2030

Die chinesische Regierung hat sich klare Ziele gesetzt: Der Kohleverbrauch soll spätestens 2030 seinen Höchststand erreichen – ein sogenanntes „Peak Coal"-Szenario. Zudem strebt Peking an, den Anteil von Wind- und Solarenergie am Strommix bis 2030 auf 30 Prozent zu erhöhen.

Gao Yuhe, Projektmanager bei Greenpeace East Asia, zeigt sich optimistisch, dass dieses Ziel sogar früher erreicht werden könnte. Aufgrund des verstärkten Einsatzes von Photovoltaik-Dachanlagen und Batteriesystemen sei eine Erreichung bereits bis 2028 möglich, erklärte Gao. Für den globalen Klimaschutz wäre eine frühere Zielerreichung von erheblicher Bedeutung, da China für einen großen Teil der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich ist.

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