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China hält Leitzinsen im April zum elften Mal unverändert

Starkes Wirtschaftswachstum und steigende Inflation nehmen Druck von der Zentralbank, die Geldpolitik weiter zu lockern.

China hält Leitzinsen im April zum elften Mal unverändert

China hat seine Referenzzinssätze für Kredite im April erneut unverändert gelassen – bereits zum elften Monat in Folge. Die einjährige Loan Prime Rate (LPR) verbleibt bei 3,00 Prozent, während die fünfjährige LPR bei 3,50 Prozent stagniert. Damit bestätigte die People's Bank of China (PBOC) die Erwartungen des Marktes vollständig.

In einer Reuters-Umfrage unter 20 Marktteilnehmern, die vergangene Woche durchgeführt wurde, prognostizierten alle Befragten keine Änderung der beiden Zinssätze. Die Stabilität der Leitzinsen spiegelt die aktuelle wirtschaftliche Lage Chinas wider: Ein solides Wachstum zu Jahresbeginn und eine anziehende Inflation verringern die Notwendigkeit für weitere geldpolitische Lockerungen.

Starkes BIP-Wachstum stützt abwartende Haltung

Das jährliche Wirtschaftswachstum Chinas lag im ersten Quartal bei 5,0 Prozent – am oberen Ende des Zielkorridors für das Gesamtjahr von 4,5 bis 5,0 Prozent. Diese Widerstandsfähigkeit hebt China von weiten Teilen Asiens ab und wird unter anderem durch umfangreiche strategische Ölreserven sowie einen diversifizierten Energiemix gestützt.

Gleichzeitig stiegen Chinas Erzeugerpreise im März zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren. Analysten werten dies als frühes Anzeichen dafür, dass der Krieg im Iran den Kostendruck in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt erhöht. Für die Geldpolitik bedeutet das: Spielraum für Zinssenkungen wird enger.

Gezielte Lockerungen statt breiter Zinssenkungen erwartet

Marktbeobachter rechnen vorerst nicht mit einer Kehrtwende in der chinesischen Geldpolitik. „Da es keine klaren Anzeichen für eine drastische Verlangsamung gibt und sich die Kreditnachfrage noch nicht nennenswert erholt hat, dürften die politischen Entscheidungsträger eher an gezielten Lockerungen festhalten, anstatt zu breit angelegten Zinssenkungen überzugehen", heißt es aus Analystenkreisen.

Auch mit Blick auf die bevorstehende Sitzung des Politbüros Ende April werden keine weiteren Lockerungsschritte erwartet. „Trotz des starken BIP im ersten Quartal werden die Entscheidungsträger bei der Sitzung des Politbüros Ende April wahrscheinlich von weiteren Lockerungen absehen, selbst angesichts des Nahostkonflikts", so die Einschätzung von Experten.

Für das Gesamtjahr zeichnet sich ein vorsichtiges Szenario ab. „In einem Szenario eines begrenzten Konflikts, der nur wenige Monate andauert, erwarten wir in diesem Jahr keine zusätzlichen fiskalischen Impulse und sehen lediglich Spielraum für eine Zinssenkung der People's Bank of China gegen Ende des Jahres", lautet die Prognose. Für deutsche Anleger und Unternehmen mit China-Exposure bedeutet dies: Die geldpolitische Lage bleibt stabil, aber externe Risiken wie der Nahostkonflikt könnten die Dynamik im weiteren Jahresverlauf verändern.

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