China genehmigt mehr neue Kohlekraftwerke
Trotz Klimazielen steigt 2025 der Ausbau fossiler Energiekapazitäten deutlich an

China hat in den ersten drei Monaten des Jahres 2025 neue Kohlekraftwerkskapazitäten im Umfang von 11,29 Gigawatt genehmigt. Diese Zahl übersteigt bereits die 10,34 Gigawatt, die im gesamten ersten Halbjahr 2024 genehmigt wurden. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Umweltorganisation Greenpeace hervor. Die Daten deuten auf einen Anstieg der Genehmigungen in diesem Jahr hin, nachdem die Zulassungen im Jahr 2024 um 41,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken waren. Insgesamt waren 2024 neue Kohlekraftwerkskapazitäten in Höhe von 62,24 Gigawatt genehmigt worden, was den ersten Rückgang seit 2021 darstellte.
Obwohl nicht alle genehmigten Projekte tatsächlich umgesetzt werden, weist die zunehmende Zahl von Vorhaben auf eine anhaltende Abhängigkeit von Kohle in der chinesischen Energieversorgung hin. Der Rückgang der Kohlenutzung gilt jedoch als zentrales Element für Chinas Klimaziele. Das Land strebt an, seine CO₂-Emissionen bis 2030 auf ein Maximum zu bringen und bis 2060 CO₂-Neutralität zu erreichen.
Gao Yuhe, Projektleiter für Klima und Energie bei Greenpeace Ostasien, erklärte, dass das Jahr 2025 einen Wendepunkt in Chinas Energiewende darstelle. Die bestehende Kapazität reiche bereits aus, um den derzeitigen Spitzenbedarf zu decken. Neue großflächige Kohleprojekte könnten daher zu Überkapazitäten, nicht rentablen Anlagen und höheren Umstellungskosten führen. Die nationale Entwicklungs- und Reformkommission sowie die nationale Energiebehörde reagierten zunächst nicht auf Anfragen zu den aktuellen Entwicklungen.
Im Zeitraum des laufenden Fünfjahresplans von 2021 bis 2025 hat China bislang 289 Gigawatt neuer Kohlekraftkapazitäten genehmigt. Das entspricht in etwa dem Doppelten der 145 Gigawatt, die im vorhergehenden Fünfjahreszeitraum von 2016 bis 2020 genehmigt wurden. Für den nächsten Planungszeitraum von 2026 bis 2030 hat China angekündigt, mit dem Rückbau der Kohlenutzung zu beginnen. Konkrete Zielvorgaben wurden bisher jedoch nicht veröffentlicht.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseGreenpeace forderte ehrgeizigere Emissionsziele sowie einen klaren Zeitplan für den Ausstieg aus der Kohleverstromung. Nach Einschätzung der Organisation könnten die Emissionen des chinesischen Energiesektors bereits in diesem Jahr ihren Höhepunkt erreichen, da der Ausbau von Wind- und Solarkraft schneller voranschreite als der von Kohle.


