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China blockiert Fortescue-Eisenerzlieferungen bei stockenden Verhandlungen

Chinas staatlicher Einkäufer CMRG fordert Stahlwerke auf, bestimmte Fortescue-Produkte ab dem 15. Juli nicht mehr abzunehmen.

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China blockiert Fortescue-Eisenerzlieferungen bei stockenden Verhandlungen

Chinas staatlicher Eisenerz-Einkäufer China Mineral Resources Group (CMRG) hat einige inländische Stahlwerke mündlich angewiesen, ab dem 15. Juli keine Hafenladungen bestimmter Eisenerzprodukte des australischen Bergbaukonzerns Fortescue mehr anzunehmen. Das berichten fünf mit der Angelegenheit vertraute Branchenquellen, die aufgrund der Sensibilität des Themas anonym bleiben wollten. Betroffen sind die minderwertigen Produkte „Super Special Fines" und „Fortune Fines", die am Hafen gelagert sind.

Fortescue lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab. Die Aktien des Unternehmens notierten zum Zeitpunkt der Meldung unverändert, während die Papiere der Wettbewerber BHP und Rio Tinto um mehr als ein Prozent nachgaben. Die CMRG reagierte außerhalb der Geschäftszeiten nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme.

Erhebliche Lagerbestände in chinesischen Häfen

Die Bestände an Fortescues „Super Special Fines" in einigen großen chinesischen Häfen beliefen sich zum 30. Juni auf 7,22 Millionen Tonnen. Das entspricht nach einer Reuters-Berechnung auf Basis von Daten des Beratungsunternehmens Steelhome knapp fünf Prozent der gesamten Eisenerzbestände in den chinesischen Häfen. Diese erhebliche Menge verdeutlicht, wie bedeutend der chinesische Markt für Fortescue ist – das Unternehmen liefert den Großteil seines Eisenerzes nach China.

Bereits im vergangenen Monat hatte die CMRG einige inländische Stahlhersteller angewiesen, keine Gespräche mit Fortescue über ein neues Eisenerzprodukt namens „Fortune Fines" zu führen, dessen Auslieferung ab Juli geplant war. Fortescue befindet sich derzeit noch in laufenden Verhandlungen mit der CMRG über die künftigen Lieferbedingungen. Zusätzlich belastet wird die Situation durch den Abgang des China-Präsidenten von Fortescue im Juni – nur vier Monate nach seinem Amtsantritt, wie das Unternehmen vergangene Woche bestätigte.

CMRG: Pekings Instrument zur Marktkontrolle

Die CMRG wurde 2022 gegründet, um Chinas Eisenerzbeschaffung zu zentralisieren und gegenüber den großen internationalen Bergbaukonzernen bessere Konditionen durchzusetzen. Der aktuelle Konflikt mit Fortescue ist nicht der erste seiner Art: Zuvor gab es eine monatelange Pattsituation mit dem Konkurrenten BHP, die erst im April dieses Jahres beigelegt wurde. BHP teilte Mitte April mit, dass die Verhandlungen über Lieferverträge mit der CMRG abgeschlossen seien. Peking hob daraufhin die Verbote für mehrere BHP-Produkte auf.

Der Fall Fortescue zeigt, dass Peking seine Strategie zur Kontrolle des Eisenerzmarktes konsequent fortsetzt. China ist der weltweit größte Stahlproduzent und damit auch der bedeutendste Abnehmer von Eisenerz – einem zentralen Rohstoff für die Stahlherstellung. Australische Bergbaukonzerne wie Fortescue, BHP und Rio Tinto sind stark vom chinesischen Markt abhängig, was Peking als Hebel in Preisverhandlungen nutzt.

Für Anleger bleibt die Lage bei Fortescue vorerst ungewiss. Solange die Verhandlungen mit der CMRG keine Einigung erzielen, drohen weitere Einschränkungen beim Marktzugang für australische Eisenerzprodukte in China.

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