China blockiert Airbus-Auslieferungen als Druckmittel gegen Europa
Peking hält Genehmigungen für Airbus-Importe zurück – offenbar als Signal im Streit um Comac-Zertifizierung.

China verzögert gezielt die Genehmigung von Airbus-Flugzeugauslieferungen. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Bloomberg. Peking signalisiert damit offenbar Ungeduld gegenüber europäischen Regulierungsbehörden, die chinesische Flugzeuge des Herstellers Comac bislang noch nicht zertifiziert haben.
Konkret hält die chinesische Zivilluftfahrtbehörde (CAAC) die abschließenden Genehmigungen zurück, die für die Einfuhr und Inbetriebnahme von Airbus-Maschinen in China zwingend erforderlich sind. Die Informanten, die anonym bleiben wollten, da es sich um vertrauliche Vorgänge handelt, bestätigten, dass diese Verzögerungen in den vergangenen Monaten aufgetreten sind.
Comac-Zertifizierung im Mittelpunkt des Konflikts
Im Kern des Disputs steht der chinesische Flugzeugbauer Comac, dessen Maschinen bislang keine Zulassung durch europäische Luftfahrtbehörden erhalten haben. China drängt offenbar darauf, dass Europa den Zertifizierungsprozess für Comac-Jets beschleunigt – und nutzt nun Airbus-Auslieferungen als Hebel in diesem Prozess.
Airbus ist einer der wichtigsten Flugzeuglieferanten für chinesische Airlines. Der europäische Konzern betreibt in China eigene Produktionslinien und hat das Land als einen seiner bedeutendsten Absatzmärkte weltweit etabliert. Verzögerungen bei Auslieferungen treffen daher nicht nur chinesische Fluggesellschaften, sondern belasten auch die Planungen und Einnahmen von Airbus direkt.
Geopolitischer Druck auf die Luftfahrtbranche
Der Vorgang zeigt, wie eng Handels- und Regulierungsfragen in der globalen Luftfahrt miteinander verknüpft sind. Zertifizierungsverfahren für neue Flugzeugtypen sind technisch komplex und zeitaufwendig – sie unterliegen strengen Sicherheitsstandards der jeweiligen nationalen Behörden. In Europa ist die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) für solche Zulassungen zuständig.
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Zur AktienanalyseDass China nun Auslieferungsgenehmigungen als indirektes Druckmittel einsetzt, verdeutlicht die wachsende strategische Bedeutung der heimischen Luftfahrtindustrie für Peking. Comac gilt als Kernprojekt der chinesischen Industriepolitik und soll langfristig die Abhängigkeit von westlichen Flugzeugherstellern wie Airbus und Boeing reduzieren.
Für Airbus und seine Kunden in China bedeuten die Verzögerungen konkrete operative Herausforderungen. Airlines, die auf neue Maschinen warten, können ihre Flotten nicht wie geplant erweitern oder modernisieren. Wie lange die Blockade andauern wird und ob es bereits diplomatische Gespräche zur Lösung des Konflikts gibt, ist nach aktuellem Stand nicht bekannt.


