China bildet größte Werftengruppe weltweit
Fusion soll Marktanteil stärken und US-Maßnahmen im Schiffbau begegnen

China formt durch eine weitreichende Fusion die größte Werftengruppe der Welt. Noch in dieser Woche soll der Zusammenschluss des Marktführers China State Shipbuilding (CSSC) mit dem kleineren Partner China Shipbuilding Industry Corporation (CSIC) vollzogen werden. Der neue Konzern wird den Namen CSSC tragen und seinen Sitz in Shanghai haben. Mit einem geschätzten Wert von knapp 100 Milliarden Dollar entsteht damit ein Schwergewicht der globalen Schiffbauindustrie. Beide Unternehmen sind staatlich kontrolliert und vereinen künftig rund 21 Prozent der weltweiten Produktionskapazität. Peking erhofft sich von diesem Schritt nicht nur Effizienzgewinne, sondern auch eine stärkere Widerstandskraft gegen die durch US-Präsident Donald Trump ausgelösten Unruhen im internationalen Schiffbau.
Nach Einschätzung des Wall Street Journal steht die Fusion in engem Zusammenhang mit den jüngsten Plänen Washingtons, die eigene Werftenbranche nach jahrzehntelangem Niedergang wiederzubeleben. Die US-Regierung arbeitet an Steueranreizen für die heimische Industrie und erwägt zusätzliche Maßnahmen, die direkt gegen China gerichtet sind. Dazu zählen mögliche höhere Zölle für in China gebaute Schiffe sowie erhöhte Hafengebühren für Schiffe aus der Volksrepublik. Trotz dieser Bestrebungen ist fraglich, ob die USA ihren Rückstand aufholen können. Die chinesische Dominanz ist deutlich: Im vergangenen Jahr entfielen laut Clarksons Research 53 Prozent der weltweiten Schiffstonnage auf chinesische Werften, gefolgt von Südkorea, Japan und europäischen Ländern. US-Werften erreichten lediglich einen Anteil von 0,1 Prozent.
Die Neuausrichtung Chinas im Schiffbau erfolgt bemerkenswerterweise nicht aus Sorge um den inländischen Wettbewerb, sondern zur Festigung der internationalen Marktposition. CSSC und CSIC waren bereits vor 1999 ein gemeinsames Unternehmen, bevor Peking sie trennte, um mehr Wettbewerb zu fördern. Nun kehren sie in einer Phase zusammen, in der wirtschaftliche Schlagkraft und internationale Präsenz Priorität genießen. Der neue Konzern ist überwiegend im kommerziellen Schiffbau aktiv, verfügt jedoch auch über eine bedeutende Marinesparte.
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Zur AktienanalyseCSIC hat unter anderem den ersten in China gebauten Flugzeugträger vollständig aus eigener Produktion hergestellt. Militärexperten betonen, dass eine starke Handelsflotte auch im militärischen Kontext von Bedeutung ist, da sie die logistische Versorgung im Falle internationaler Konflikte sichern kann. Damit stärkt die Fusion nicht nur Chinas wirtschaftliche Position, sondern könnte langfristig auch strategische Vorteile im geopolitischen Wettbewerb sichern.

