China baut trotz steigender Verarbeitung Ölreserven aus
Hohe Importe und Förderung übersteigen Bedarf, Überschüsse landen in den Lagern

China hat im Juli seine Raffinerieaktivitäten ausgeweitet, dennoch blieb ein Überschuss an Rohöl, der in die Lagerbestände floss. Nach Berechnungen auf Grundlage offizieller Daten belief sich der Überschuss auf rund 530.000 Barrel pro Tag, weniger als die 1,42 Millionen Barrel pro Tag im Juni. Damit baut das Land weiterhin Vorräte auf, obwohl die Verarbeitung gestiegen ist. Dies gibt den Raffinerien die Möglichkeit, ihre Importe zu senken, sollten die Preise auf ein aus ihrer Sicht ungerechtfertigtes Niveau steigen.
Die Verarbeitungskapazität der chinesischen Raffinerien erreichte im Juli 14,85 Millionen Barrel pro Tag. Das entsprach einem Anstieg von 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, lag aber 2 Prozent unter dem Juni, der den höchsten Wert seit September 2023 markierte. Die Auslastungsrate stieg im Juli auf 71,84 Prozent und damit leicht über das Niveau vom Juni. Im Vergleich zum Juli 2024 lag die Auslastung um 3,56 Prozentpunkte höher.
Nach offiziellen Angaben importierte China im Juli täglich 11,11 Millionen Barrel Rohöl. Hinzu kam eine inländische Produktion von 4,27 Millionen Barrel pro Tag. Damit standen den Raffinerien insgesamt 15,38 Millionen Barrel zur Verfügung. Abzüglich der verarbeiteten Mengen ergab sich der Überschuss von 530.000 Barrel täglich. Für die ersten sieben Monate des Jahres summierte sich die nicht verarbeitete Menge auf 980.000 Barrel pro Tag, wobei der Aufbau der Lagerbestände vor allem seit März spürbar zunahm. In diesem Zeitraum wuchsen Importe und Förderung schneller als die Verarbeitung.
Nicht die gesamte Überschussmenge dürfte allerdings eingelagert worden sein, da auch Anlagen außerhalb der offiziellen Statistik Öl verarbeiten. Dennoch zeigen die Daten, dass China seit März deutlich mehr Rohöl importiert, als es für den heimischen Bedarf notwendig wäre. Für den Markt stellt sich nun die Frage, ob die hohen Importmengen anhalten oder ob sie in den kommenden Monaten zurückgehen, wenn Raffinerien verstärkt auf Reserven zurückgreifen.
Die Entwicklung hängt stark vom Preisniveau ab. Chinesische Einkäufer neigen dazu, ihre Importe zu erhöhen, wenn sie die Preise für günstig halten, und sie zu drosseln, wenn sie als zu hoch oder zu volatil eingeschätzt werden. Die steigenden Importmengen seit März fielen in eine Phase sinkender Preise, als der Referenzwert Brent von 82,63 Dollar Mitte Januar auf ein Vierjahrestief von 58,50 Dollar Anfang Mai sank.
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Zur AktienanalyseIn der Folge entwickelte sich der Markt wieder unruhiger. Ein kurzer Konflikt zwischen Israel und Iran, in den auch die USA involviert waren, trieb den Brent-Preis Ende Juni auf 81,40 Dollar, ehe er Anfang dieser Woche in Asien bei rund 65,57 Dollar gehandelt wurde. Die höheren Preise zwischen Mai und Juni könnten dazu führen, dass China seine Importe für Lieferungen im Spätsommer reduziert. Auch die Anhebung der offiziellen Verkaufspreise durch Saudi-Arabien für August- und September-Ladungen könnte dämpfend wirken. Sollten die Raffinerien jedoch ihre Verarbeitung weiter steigern und ihre Treibstoffexporte ausbauen, könnten die Rohölimporte dennoch stabil bleiben.


