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China baut 85 neue Kohlekraftwerke trotz massivem Ökostrom-Ausbau

Peking forciert fossile Energie parallel zu Rekordinvestitionen in Wind- und Solarenergie

China baut 85 neue Kohlekraftwerke trotz massivem Ökostrom-Ausbau

China wird im Jahr 2026 weltweit die meisten neuen Kohlekraftwerke in Betrieb nehmen, obwohl das Land gleichzeitig massiv in erneuerbare Energien investiert. Laut einer Analyse von Global Energy Monitor (GEM) sollen 85 Kohlekraftwerksblöcke mit einer Gesamtkapazität von 55 Gigawatt (GW) ans Netz gehen – das sind 87 Prozent der weltweiten Neukapazität.

Insgesamt befinden sich derzeit 439 Kohlekraftwerksprojekte im Bau, von denen 104 noch in diesem Jahr eröffnet werden sollen. Von den global 256 GW neuer Kohlekraftwerkskapazität entfallen allein 212 GW auf China. Dies unterstreicht die anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen trotz der Klimaziele des Landes.

Die Zahlen zeigen: Die im Bau befindliche Kohlekraftwerkskapazität war in den Jahren 2024 und 2025 höher als in jedem Jahr seit 2016. Während andere Regionen den Kohleausstieg vorantreiben, setzt China weiterhin auf die fossile Energiequelle. Neben China bauen auch Indien mit etwa 24 GW sowie Vietnam und Indonesien neue Anlagen.

Kohle als Backup für erneuerbare Energien

"Die Versuche, Kohle auslaufen zu lassen, hängen wirklich von China ab", erklärt Christine Shearer, Klima- und Energieanalystin bei GEM. Sie sieht außerhalb Chinas keinen großen Anstieg mehr: "Es gibt nicht viele Neubauten."

Allerdings deutet sich ein Funktionswandel der Kohlekraftwerke in China an. Das explosive Wachstum bei Wind- und Solarenergie führt dazu, dass Kohlemeiler zunehmend als flexible Backup-Kraftwerke dienen. Viele Anlagen wurden bereits nachgerüstet, um variabler zu laufen und die schwankende Ökostrom-Produktion auszugleichen.

Sinkende Auslastung erwartet

S&P Global Ratings prognostiziert, dass chinesische Kohlekraftwerke bis 2030 im Durchschnitt nur noch etwa 4.100 Stunden pro Jahr unter Volllast laufen werden. Das entspricht einer Auslastung von rund 47 Prozent – deutlich weniger als in der Vergangenheit. Die neuen Kraftwerke werden also hauptsächlich dann einspringen, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend Strom liefern.

Für den globalen Klimaschutz ist Chinas Doppelstrategie entscheidend: Das Land installiert zwar Rekordmengen an erneuerbaren Energien, hält aber gleichzeitig an der Kohleverstromung fest. Ob und wann China seine Kohlekraftwerke tatsächlich zurückfahren wird, bleibt eine der wichtigsten Fragen für die weltweiten CO2-Emissionen.

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