Chiles Inflation steigt im Mai schwächer als erwartet
Die Verbraucherpreise legten nur um 0,2% zu – deutlich weniger als die prognostizierten 0,4% und weit unter dem Aprilwert.

Die Inflation in Chile hat sich im Mai deutlich abgekühlt. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vormonat April lediglich um 0,2%, wie das chilenische Statistikamt INE am Montag mitteilte. Ökonomen hatten im Vorfeld einen Anstieg von 0,4% erwartet – der tatsächliche Wert blieb damit klar unter den Prognosen.
Besonders auffällig ist die Verlangsamung im Vergleich zum Vormonat: Im April hatte die monatliche Inflationsrate noch bei 1,3% gelegen. Der Rückgang auf 0,2% im Mai signalisiert eine spürbare Entspannung beim Preisdruck in der chilenischen Volkswirtschaft.
Nahrungsmittel drücken die Preise nach unten
Ein zentraler Treiber der niedrigen Inflationsrate waren sinkende Preise in weiten Teilen der Wirtschaft. Neun der 13 vom INE beobachteten Sektoren verzeichneten im Mai Preisrückgänge. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Kategorie Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke mit einem Minus von 0,8%.
Auf der anderen Seite gab es auch preistreibende Faktoren. Das INE hob in einer offiziellen Erklärung hervor, dass die Bereiche Wohnen und Grundversorgung sowie die Transportkosten besonders deutliche Preissteigerungen aufwiesen. Diese Segmente bremsten den Gesamtrückgang der Inflation.
Jahresrate bleibt am oberen Rand des Zielkorridors
Auf Jahresbasis erreichte die Inflationsrate in Chile im Mai 3,9%, nach 4,0% im April. Damit liegt die Teuerung weiterhin am oberen Ende des Zielkorridors der chilenischen Zentralbank, der zwischen 2% und 4% angesetzt ist. Eine weitere Entspannung wäre nötig, um sich der Zielmitte anzunähern.
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Zur AktienanalyseChile ist als weltweit größter Kupferproduzent eine bedeutende Volkswirtschaft in Lateinamerika. Die Entwicklung der Inflation ist dort nicht nur für die Geldpolitik der Zentralbank relevant, sondern auch für internationale Investoren, die den Rohstoffsektor und die wirtschaftliche Stabilität des Landes im Blick behalten. Die Kupferproduktion macht Chile zu einem wichtigen Akteur auf den globalen Rohstoffmärkten, weshalb makroökonomische Daten aus Santiago auch in Europa aufmerksam verfolgt werden.
Die Tatsache, dass die monatliche Inflation deutlich unter den Erwartungen ausgefallen ist und die Jahresrate leicht gesunken ist, könnte der chilenischen Zentralbank etwas mehr Spielraum in ihrer Geldpolitik verschaffen. Ob dies zu einer Anpassung der Leitzinspolitik führt, bleibt abzuwarten – die Jahresrate befindet sich mit 3,9% noch immer nahe der Obergrenze des Zielkorridors.


