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Chilenisches Gericht annulliert Genehmigung für Collahuasi-Kupfermine-Erweiterung

Ein Gericht in Chile hat eine Schlüsselgenehmigung für die 3,2-Milliarden-Dollar-Erweiterung der Collahuasi-Kupfermine aufgehoben.

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Chilenisches Gericht annulliert Genehmigung für Collahuasi-Kupfermine-Erweiterung

Das zweite chilenische Umweltgericht hat eine zentrale Umweltgenehmigung für die 3,2 Milliarden Dollar schwere Erweiterung der Collahuasi-Kupfermine annulliert. Das Urteil richtet sich gegen die Meerwasserentsalzungsanlage des Projekts – eine kritische Infrastrukturkomponente. Für die Bergbaubranche und Investoren ist die Entscheidung ein erheblicher Rückschlag.

Die Anlage ist darauf ausgelegt, Wasser über fast 200 Kilometer vom Pazifik ins Landesinnere zu pumpen, bis auf eine Höhe von rund 4.600 Metern, wo die Mine liegt. Das Gericht bemängelte unzureichende Bewertungen der Auswirkungen auf das marine Ökosystem sowie auf indigene Gemeinschaften in der Region. Der Umweltbewertungsdienst SEA muss nun bestimmte Teile des Projekts, insbesondere das Meerwasser-Pumpsystem, neu bewerten.

Besonders pikant: Der Rückschlag kommt kurz nachdem der Auftragnehmer Techint die Infrastruktur im April fertiggestellt hatte. Dies unterstreicht die Risiken von Großprojekten in einem regulatorischen Umfeld, das zunehmend unter Druck steht.

Wer steckt hinter Collahuasi?

Die Collahuasi-Mine zählt zu den bedeutendsten Kupferproduzenten der Welt und belegt global den sechsten Rang. Sie ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Anglo American, Glencore sowie einem japanischen Konsortium unter Führung von Mitsui. Im vergangenen Jahr förderte die Mine mehr als 404.000 Tonnen Kupfer.

Das Erweiterungsprojekt soll die Betriebslebensdauer der Mine um zwei Jahrzehnte verlängern und gleichzeitig die Abhängigkeit von kontinentalen Wasserquellen in der trockengefährdeten Atacama-Region reduzieren. Sowohl Anglo American als auch Glencore haben nach dem Urteil Stellungnahmen veröffentlicht, um Investoren zu beruhigen. Beide Unternehmen gaben an, keine unmittelbaren Auswirkungen auf die laufende Produktion zu erwarten, und suchen derzeit Klarheit beim Gericht und der SEA über den genauen Umfang der Entscheidung.

Kritik am chilenischen Genehmigungssystem

Das Urteil hat eine bereits schwelende Debatte über Chiles komplexes Genehmigungssystem neu entfacht. Branchenvertreter kritisieren seit Langem, dass das bestehende System selbst für Projekte, die jahrelange Umweltprüfungen und umfangreiche Konsultationen mit indigenen Gemeinschaften durchlaufen haben, erhebliche Investitionshürden darstellt.

Manuel Viera, Präsident der chilenischen Bergbaukammer, bezeichnete das aktuelle Genehmigungsregime als „verflucht". Er verwies darauf, dass ein einzelnes Bergbauprojekt mehr als 500 individuelle Genehmigungen benötigen kann, bevor der Bau überhaupt beginnen darf. Der Fall Collahuasi gilt in der Branche als warnendes Beispiel für die Volatilität des Genehmigungsprozesses, der selbst nach dem Einsatz erheblicher Kapitalmengen erhebliche Unsicherheiten erzeugen kann.

Entsalzung als Schlüsselstrategie – und Streitpunkt

Meerwasserentsalzung hat sich zur zentralen Strategie chilenischer Bergbauunternehmen entwickelt, um der Wasserknappheit in der Atacama-Wüste zu begegnen. Diese Projekte sind jedoch technisch anspruchsvoll und politisch sensibel. Hoher Energiebedarf, mögliche Störungen mariner Ökosysteme und die Rechte indigener Bevölkerungsgruppen machen sie zu Brennpunkten für Umweltklagen.

Während die Branche den Übergang zu entsalztem Wasser als notwendige Entwicklung für nachhaltigen Bergbau betrachtet, zeigt der Fall Collahuasi, dass der Weg zur Umsetzung mit rechtlichen Hürden gepflastert ist. Während die SEA ihre Neubewertung beginnt, beobachtet die gesamte Bergbaubranche den Prozess aufmerksam. Das Ergebnis könnte einen Präzedenzfall dafür setzen, wie künftige Großinfrastrukturprojekte in Chile bewertet und genehmigt werden.

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