Chevron verlangt Mitsprache bei LNG-Projekt in Louisiana
Streit um Fristverlängerung bei Venture Global wirft Fragen zu Verträgen und Zeitplänen auf

Chevron will in einem laufenden Verfahren um die Flüssigerdgasanlage Plaquemines LNG in Louisiana mitreden. Der US-Ölkonzern hat die amerikanische Energieaufsicht gebeten, ihm die Möglichkeit zu geben, eine Stellungnahme zu Venture Globals Antrag auf Fristverlängerung für die Inbetriebnahme des Projekts einzureichen. Chevron ist langfristig vertraglich an die Anlage gebunden und könnte von einer Verzögerung direkt betroffen sein.
Venture Global hatte zuvor die Federal Energy Regulatory Commission (FERC) ersucht, den Termin zur Inbetriebnahme der Anlage bis Ende 2027 zu verschieben. Ursprünglich sollte das Werk mit einer geplanten Exportkapazität von 27,2 Millionen Tonnen Flüssigerdgas pro Jahr bis zum 30. September 2026 vollständig in Betrieb genommen werden. Das Unternehmen begründet die beantragte Verlängerung mit den Folgen der Covid-19-Pandemie, die den Baufortschritt verzögert hätten.
Chevron erklärte in seinem Schreiben an die Behörde, dass es ein erhebliches Interesse an der Entscheidung über den Antrag habe, da das Ergebnis Auswirkungen auf bestehende Liefer- und Kaufverträge haben könne. Zu weiteren Einzelheiten äußerte sich der Konzern zunächst nicht. Venture Global bezeichnete den Antrag auf Fristverlängerung als üblichen Verwaltungsschritt, der dazu diene, den Zeitplan mit den Fristen der Energieaufsicht in Einklang zu bringen.
Der Antrag fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für Venture Global. Erst vor wenigen Tagen hatte ein Schiedsgericht entschieden, dass das Unternehmen gegen vertragliche Verpflichtungen gegenüber BP verstoßen habe. Dabei ging es um die rechtzeitige Erklärung des kommerziellen Betriebs der separaten Calcasieu-Pass-Anlage, die ebenfalls in Louisiana liegt. Nach Bekanntwerden dieser Entscheidung verloren die Aktien von Venture Global am Freitag rund 25 Prozent, da Investoren mögliche weitere Schiedsverfahren und finanzielle Risiken befürchteten.
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Zur AktienanalyseTrotz der laufenden Auseinandersetzungen betont Venture Global, dass die beantragte Fristverlängerung für Plaquemines keine Auswirkungen auf die bereits öffentlich angekündigten Zeitpläne habe. Das Unternehmen erklärte gegenüber Reuters, die Erwartungen für die kommerzielle Inbetriebnahme der beiden Bauphasen blieben unverändert. Der Streit um die Genehmigung verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen Energieproduzenten und ihren Vertragspartnern, die angesichts globaler Lieferkettenprobleme und wirtschaftlicher Unsicherheiten zunehmend um Planungssicherheit ringen.


