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Chevron verhandelt über größere Venezuela-Lizenz

Gespräche mit Washington könnten Exporte und internationale Lieferungen ausweiten

Chevron verhandelt über größere Venezuela-Lizenz

Der US-Ölkonzern Chevron befindet sich nach Angaben mehrerer mit den Gesprächen vertrauter Personen in Verhandlungen mit der US-Regierung über eine Ausweitung seiner bestehenden Betriebslizenz für Venezuela. Ziel der Gespräche ist es, Chevron zu ermöglichen, wieder größere Mengen venezolanischen Rohöls zu exportieren. Dieses Rohöl soll nicht nur an eigene Raffinerien in den Vereinigten Staaten geliefert, sondern auch an andere internationale Abnehmer verkauft werden können. Die Gespräche finden vor dem Hintergrund laufender Annäherungen zwischen Washington und Caracas statt, die eine mögliche Lieferung von bis zu 50 Millionen Barrel venezolanischen Öls in die USA betreffen.

Die US-Regierung verfolgt dabei das Ziel, amerikanische Energieunternehmen stärker in den venezolanischen Ölsektor einzubinden. Chevron ist derzeit das einzige große US-Ölunternehmen, das unter einer speziellen Genehmigung in Venezuela tätig ist. Diese Ausnahme erlaubt dem Konzern eine begrenzte Zusammenarbeit trotz der weiterhin bestehenden US-Sanktionen gegen das südamerikanische Land. Im vergangenen Sommer hatte die US-Regierung jedoch zusätzliche Einschränkungen für die Lizenz verhängt, was die Exporte von venezolanischem Rohöl deutlich reduzierte.

Durch diese Einschränkungen sank das von Chevron exportierte Volumen auf rund 100.000 Barrel pro Tag, nachdem es zuvor bei etwa 250.000 Barrel gelegen hatte. Gleichzeitig wurde dem staatlichen Ölkonzern PDVSA der Zugang zu Erlösen aus diesen Exporten entzogen. Eine mögliche Ausweitung der Lizenz würde Chevron erlauben, wieder zu früheren Exportmengen zurückzukehren und Lieferungen auch an Geschäftspartner außerhalb der USA zu ermöglichen. In der Vergangenheit hatte Chevron Rohöllieferungen an verschiedene internationale Abnehmer vermittelt.

Nach Angaben aus Branchenkreisen zeigen einige frühere Partner bereits Interesse an einer Wiederaufnahme der Lieferungen. Dazu zählt auch ein Raffinerieunternehmen aus Indien, das in Caracas entsprechende Anfragen gestellt haben soll. Parallel dazu drängt Washington darauf, weitere US-Unternehmen in venezolanische Ölexporte einzubinden. Genannt werden unter anderem der Raffineriekonzern Valero Energy sowie die Ölgesellschaften Exxon Mobil und ConocoPhillips, deren Vermögenswerte in Venezuela vor rund zwei Jahrzehnten verstaatlicht worden waren.

Die mögliche Einbeziehung zusätzlicher Unternehmen hat laut mehreren Quellen zu Spannungen in den laufenden Gesprächen zwischen den Regierungen in Caracas und Washington geführt. Während die US-Regierung betont, dass Erlöse aus künftigen Lieferungen unter Aufsicht eines Treuhänders stehen und für den Kauf amerikanischer Waren verwendet werden sollen, erklärte PDVSA, dass die Verhandlungen auf kommerziellen, legalen und transparenten Grundlagen basierten. Das Unternehmen rechnet demnach mit Verkäufen zu Marktpreisen, auch wenn das US-Ölembargo gegen Venezuela weiterhin in Kraft bleibt.

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