Chevron und Apple: Buffetts Top-Aktien für den Mai 2026
Zwei Berkshire-Hathaway-Positionen stechen im Mai besonders hervor – mit starken Fundamentaldaten und attraktiven Bewertungen.

Warren Buffett leitet zwar nicht mehr das Tagesgeschäft bei Berkshire Hathaway, bleibt jedoch als Verwaltungsratsvorsitzender im Amt. Sein Nachfolger Greg Abel führt das operative Geschäft und nahm im ersten Quartal als neuer CEO bereits einige Änderungen am Portfolio vor. Das bestehende Berkshire-Portfolio umfasst eine breite Mischung aus Technologiewerten, Banken, Basiskonsumgütern und Energieunternehmen – doch zwei Positionen stechen im Mai besonders hervor: Chevron und Apple.
Chevron: Ölriese mit Rückenwind
Die Benzinpreise sind seit Beginn des Krieges im Iran und der Schließung der Straße von Hormus deutlich gestiegen. Die Schließung hat ein Angebotsdefizit verursacht, was zu höheren Ölpreisen und steigenden Kosten für Verbraucher geführt hat. Für Chevron (CVX) bedeutet dieses Umfeld jedoch erheblichen Rückenwind.
Im ersten Quartal 2026 verzeichnete Chevron zwar nur einen Umsatzanstieg von rund 2 % und einen Gewinnrückgang von 37 % – diese Zahlen sind jedoch größtenteils auf zeitliche Effekte bei Versand und Buchhaltung zurückzuführen. Das eigentliche Highlight war die Produktion: Sie stieg um rund 500.000 Barrel pro Tag, davon 388.000 Barrel täglich in den USA – hauptsächlich im Permian Basin und im Golf von Mexiko – sowie 117.000 Barrel pro Tag international. Das entspricht einem Produktionswachstum von rund 15 % im Jahresvergleich.
Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert Chevron ein Produktionswachstum von 7 % bis 10 %. Eine höhere Produktion bedeutet mehr Verkaufsvolumen und damit höhere Umsätze. Hinzu kommt, dass Chevron mehr Öl aus den USA als aus dem Nahen Osten bezieht – ein wichtiger Vorteil angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen im Iran-Konflikt.
Der bereinigte freie Cashflow lag im ersten Quartal 2026 bei starken 4,1 Milliarden US-Dollar. Der Aktienkurs von Chevron ist seit Jahresbeginn um rund 28 % gestiegen. Trotz dieser Kursrally bleibt die Bewertung attraktiv: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne liegt bei lediglich 14, das Fünf-Jahres-PEG-Verhältnis bei 0,84 – beides deutet auf eine Value-Bewertung hin.
Für einkommensorientierte Anleger ist besonders die Dividende interessant: Chevron hat seine Ausschüttung im Jahr 2026 zum 39. Mal in Folge angehoben. Die Quartalsdividende beträgt 1,78 US-Dollar pro Aktie, was einer Rendite von 3,63 % entspricht. In Zeiten erheblicher wirtschaftlicher Unsicherheit gilt Chevron als solider defensiver Wert.
Apple: Buffetts größte Position mit Momentum
Apple (AAPL) ist seit Jahren Berkshires größte Einzelposition. Zwar hatte Buffett in den vergangenen Jahren konsequent Anteile verkauft, doch unter dem neuen CEO Greg Abel wurden im ersten Quartal keine weiteren Apple-Aktien abgestoßen. Berkshire hält weiterhin rund 228 Millionen Apple-Aktien, was etwa 22 % des 263 Milliarden US-Dollar schweren Portfolios entspricht. Viele Analysten werten dies als Vertrauensbeweis in die Aktie.
Apple selbst blickt auf ein hervorragendes Quartal zurück: Im zweiten Geschäftsquartal erzielte das Unternehmen dank der Nachfrage nach dem iPhone 17 einen Rekordumsatz. Der Umsatz stieg um 17 %, der Gewinn sogar um 22 %. Für das dritte Geschäftsquartal (Juni-Quartal) erwartet Apple einen Umsatzanstieg von 14 % bis 17 % – und liegt damit über den Erwartungen der Analysten.
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Zur AktienanalyseDer Mai gilt als besonders günstiger Einstiegszeitpunkt, da die Worldwide Developers Conference (WWDC) am 8. Juni naht. Erfahrungsgemäß profitiert die Apple-Aktie im Vorfeld dieses wichtigen Jahresereignisses von einem „Buy-the-Rumor"-Effekt. In diesem Jahr stellt Apple mehrere neue KI-bezogene Funktionen vor, darunter:
- VoiceOver und Lupe für verbesserte Barrierefreiheit
- Sprachsteuerung und Lesezusammenfassungen
- Video-Untertitel
- Steuerung von Rollstühlen per Augenbewegung
Darüber hinaus berichtete Bloomberg, dass Apple sein Hardware-Entwicklungsgeschäft umstrukturiert, um die Markteinführung neuer Produkte zu beschleunigen. Im September übernimmt zudem John Ternus als neuer CEO – er kommt aus der Hardware-Entwicklungsabteilung und dürfte einen starken Fokus auf Produktinnovation mitbringen.
Zwar kommt es nach der WWDC manchmal zu einer reflexartigen „Sell-the-News"-Reaktion. Doch angesichts der angemessenen Bewertung, der starken Umsatzsteigerungen und des bevorstehenden Führungswechsels hin zu einem produktorientierten CEO überwiegt das positive Momentum bei Apple deutlich. Die Aktie ist seit Jahresbeginn um rund 10 % und in den vergangenen zwölf Monaten um 42 % gestiegen.


