Chevron übertrifft Gewinnerwartungen trotz Ölpreisrückgang – Venezuela-Expansion geplant
US-Ölkonzern profitiert von Rekordproduktion und sieht großes Potenzial nach politischem Wandel in Venezuela.

Der US-Energiekonzern Chevron hat im vierten Quartal die Gewinnerwartungen der Wall Street übertroffen. Das Unternehmen meldete einen bereinigten Gewinn von 1,52 Dollar je Aktie und lag damit über der Analystenschätzung von 1,45 Dollar. Die Rekordölförderung konnte den Druck durch niedrigere Rohölpreise mehr als ausgleichen.
Der Nettogewinn sank zwar um 14 Prozent auf 2,77 Milliarden Dollar, verglichen mit 3,24 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging um 10 Prozent auf 46,87 Milliarden Dollar zurück. Dennoch zeigt sich das Unternehmen optimistisch für die kommenden Quartale.
Rekordproduktion als Erfolgsfaktor
Chevron steigerte seine weltweite Produktion im Jahr 2025 um beeindruckende 12 Prozent. In den USA lag das Plus sogar bei 16 Prozent. Im vierten Quartal förderte der Konzern 4,05 Millionen Barrel pro Tag – eine Steigerung von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 3,35 Millionen Barrel.
Die US-Produktionssparte erwirtschaftete Gewinne von 1,26 Milliarden Dollar, während das internationale Geschäft 1,78 Milliarden Dollar beisteuerte. Besonders erfreulich entwickelte sich das Raffineriegeschäft: Die US-Sparte drehte mit 230 Millionen Dollar in die Gewinnzone, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 348 Millionen Dollar zu Buche stand.
Venezuela-Expansion als Wachstumschance
Eine besondere Chance sieht Chevron nach dem politischen Machtwechsel in Venezuela. Das Unternehmen ist der einzige US-Ölkonzern, der dort unter einer Sondergenehmigung des US-Finanzministeriums operiert. Nach der US-Militärintervention, die Präsident Nicolas Maduro absetzte, kündigte Chevron an, die Produktion in Venezuela innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate um 50 Prozent steigern zu können.
Wall-Street-Analysten sehen Chevron als bestpositioniertes US-Ölunternehmen für die Venezuela-Expansion. Konkurrenten wie ExxonMobil zögern aufgrund früherer Enteignungen internationaler Vermögenswerte durch das venezolanische Regime. Die zusätzlichen Barrel aus Venezuela würden die bereits starke globale Förderung von Chevron weiter verstärken.
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Zur AktienanalyseDividendenerhöhung für Aktionäre
Trotz der Herausforderungen durch niedrigere Ölpreise erhöht Chevron seine Quartalsdividende um 4 Prozent auf 1,78 Dollar je Aktie. Dies unterstreicht das Vertrauen des Managements in die zukünftige Geschäftsentwicklung. Die Aktie gab im vorbörslichen Handel dennoch leicht um weniger als 1 Prozent nach.
Der Rohölmarkt hatte 2024 den stärksten jährlichen Preisverfall seit 2020 erlebt. Chevron konnte diese Entwicklung durch Produktionssteigerungen und operative Effizienz kompensieren. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit weiteren Zuwächsen, insbesondere durch die geplante Expansion in Venezuela.


