Chevron-Tanker startet erste US-Öllieferung aus Venezuela
Neue US-Lizenz ermöglicht begrenzte Exporte trotz fortbestehender Sanktionen

Ein von Chevron gecharterter Tanker hat am Dienstag im venezolanischen PDVSA-Terminal Jose festgemacht. Nach Angaben von LSEG-Trackingdaten soll er als erster Frachter Rohöl in die Vereinigten Staaten exportieren, seit das US-Finanzministerium dem Konzern im Juli eine neue Lizenz erteilt hat. Diese Genehmigung erlaubt Chevron erneut den Betrieb im sanktionierten OPEC-Mitgliedsstaat, den Export von Öl sowie Tauschgeschäfte mit der staatlichen Ölgesellschaft Petroleos de Venezuela SA. Zahlungen an die venezolanische Regierung bleiben dabei verboten.
Chevron hatte die Verladung von venezolanischem Rohöl im April ausgesetzt, nachdem die vorherige Lizenz am 27. Mai ausgelaufen war. Der unter bahamaischer Flagge fahrende Tanker Canopus Voyager erreichte bereits in der vergangenen Woche venezolanische Gewässer. Er soll Hamaca-Schweröl aufnehmen, das in einem Joint Venture zwischen Chevron und PDVSA gefördert wird.
Neben der Canopus Voyager befanden sich am Dienstag mindestens fünf weitere Schiffe, die Chevron zuvor für den Transport venezolanischen Rohöls in die USA eingesetzt hatte, in oder auf dem Weg zu den Gewässern des südamerikanischen Landes. Das Schiff Mediterranean Voyager lag in der Nähe des Hafens Bajo Grande im Westen Venezuelas und wartete auf die Genehmigung zum Laden von Boscan-Schweröl. Die Tanker Nave Cosmos, Sea Jaguar, Ionic Anax und Nave Neutrino signalisierten Kurs auf Aruba, einen häufig genutzten Standort für Schiff-zu-Schiff-Transfers von venezolanischem Öl.
Weder Chevron noch PDVSA gaben detaillierte Auskünfte zu den Tankerbewegungen. Chevron erklärte lediglich, dass das Unternehmen seine Geschäfte im Einklang mit geltendem Recht und den bestehenden Sanktionsregelungen abwickele. PDVSA reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage um Stellungnahme.
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Zur AktienanalyseDie neuen Genehmigungen der US-Behörden markieren eine Wiederaufnahme bestimmter Handelsaktivitäten zwischen dem amerikanischen Ölkonzern und Venezuela, die zuvor durch umfassende Sanktionen unterbrochen waren. Die aktuelle Lizenz sieht dabei strikte Auflagen vor, die jegliche direkte finanzielle Zuwendung an die venezolanische Regierung ausschließen. Während die Tankerbewegungen an Fahrt aufnehmen, wird in der Branche genau beobachtet, welche Mengen und welche Rohölsorten in den kommenden Wochen aus Venezuela in die USA gelangen.

