Chevron sieht Chance auf 50% mehr Produktion in Venezuela
US-Ölkonzern prüft neue Gesetzgebung und könnte Förderung deutlich ausbauen

Der US-Ölriese Chevron sieht positive Signale aus Venezuela für private Investitionen im Energiesektor. CEO Mike Wirth erklärte, das südamerikanische Land habe wichtige Schritte zum Schutz privater Ölunternehmen unternommen. Dies geschehe im Kontext der jüngsten politischen Entwicklungen unter der Trump-Administration.
Am Donnerstag verabschiedete Venezuela Reformen seines Kohlenwasserstoffgesetzes. Die Änderungen lockern die staatliche Kontrolle über die Ölindustrie erheblich und räumen privaten Produzenten mehr Autonomie ein. Wirth betonte jedoch, dass Chevron die neue Gesetzgebung noch eingehend prüfe. "Die Sicherheit von Verträgen, kommerzielle Stabilität und regulatorische Vorhersehbarkeit sind entscheidend, um Investitionen anzuziehen", so der Chevron-Chef.
Einziger US-Konzern vor Ort
Chevron ist derzeit der einzige amerikanische Ölmulti, der dank einer Sondergenehmigung des US-Finanzministeriums in Venezuela operiert. Das Unternehmen produziert etwa 250.000 Barrel pro Tag in Joint Ventures mit dem staatlichen Ölkonzern Petróleos de Venezuela (PDVSA). Diese Präsenz verschafft Chevron einen strategischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.
Die Wachstumspläne sind ambitioniert: Wirth kündigte an, dass Chevron die Produktion in Venezuela innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate um bis zu 50 Prozent steigern könnte. Voraussetzung sei allerdings eine entsprechende Genehmigung der US-Regierung. Die Wall Street sieht Chevron als bestpositionierten US-Ölkonzern, um von der aktuellen Entwicklung zu profitieren.
Starke Quartalszahlen
Die Sicherheitslage in den Fördergebieten von Chevron sei weitgehend stabil, erklärte Wirth. Gleichzeitig räumte er ein, dass es in Venezuela auch unsichere Regionen gebe. Das Unternehmen meldete am Freitag Quartalsergebnisse, die die Erwartungen übertrafen. Die weltweite Produktion stieg 2025 um 12 Prozent, in den USA sogar um 16 Prozent auf Rekordniveau.
Während Chevron optimistisch ist, zeigt sich Konkurrent Exxon Mobil zurückhaltend. CEO Darren Woods bezeichnete Venezuela als "nicht investierbar". Seine Begründung: Das Land müsse erst einen Übergang zur Demokratie vollziehen. Exxon hatte in der Vergangenheit zweimal Vermögenswerte in Venezuela verloren.
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Zur AktienanalyseTrumps ehrgeizige Pläne
Präsident Donald Trump fordert die Ölindustrie auf, mindestens 100 Milliarden Dollar in den Wiederaufbau des venezolanischen Energiesektors zu investieren. Die Chevron-Aktie reagierte positiv auf die Quartalszahlen und legte um 1,4 Prozent zu. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Titel ein Plus von fast 14 Prozent und übertrifft damit den Gesamtmarkt deutlich.


