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Chevron hält an Ausgabendisziplin fest trotz Trump-Drängen auf Venezuela-Investitionen

US-Ölriese will Produktion steigern, ohne zusätzliches Kapital für das südamerikanische Land einzusetzen.

Chevron hält an Ausgabendisziplin fest trotz Trump-Drängen auf Venezuela-Investitionen

Chevron wird seine Kapitalausgaben in diesem Jahr nicht erhöhen, um Aktivitäten in Venezuela auszuweiten. Damit reagiert der zweitgrößte US-Ölkonzern zurückhaltend auf Forderungen der Trump-Administration, massiv in das krisengeschüttelte südamerikanische Land zu investieren.

Eimear Bonner, Finanzvorständin von Chevron, zeigte sich im Interview mit der Financial Times optimistisch bezüglich des Wachstumspotenzials in Venezuela. Gleichzeitig betonte sie aber strikte Kostendisziplin. Das Unternehmen konzentriere sich darauf, die Produktion aus bestehenden Betrieben zu steigern, ohne zusätzliches Kapital einzusetzen.

"Wir liegen bei 250.000 Barrel pro Tag. Wir sehen das Potenzial, dies um bis zu 50 Prozent zu steigern", erklärte Bonner. Diese Steigerung solle innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate erreicht werden, sobald zusätzliche Genehmigungen der US-Regierung vorliegen. "Was zusätzliches Kapital betrifft, gibt es keine Änderung unserer Kapitalprognose für das Jahr im Zusammenhang mit Venezuela."

Investitionsbudget bleibt unverändert

Im Dezember hatte Chevron angekündigt, die Investitionsausgaben 2026 zwischen 18 und 19 Milliarden US-Dollar zu halten. Dies entspricht dem unteren Ende der langfristigen Unternehmensprognose. Die Aussagen der Finanzchefin erfolgten zeitgleich mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Freitag.

Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag im vierten Quartal bei 1,52 US-Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen. Gegenüber dem Vorjahresquartal mit 2,06 US-Dollar bedeutet dies allerdings einen deutlichen Rückgang, bedingt durch stark gefallene Ölpreise.

Einziger US-Konzern mit operativer Präsenz

Chevron ist derzeit das einzige US-Ölunternehmen mit aktiven Betrieben in Venezuela. Die Geschäfte laufen über ein Joint Venture mit dem staatlichen Ölkonzern PDVSA. Analysten sehen den Konzern als bestpositioniert, um die Pläne der Trump-Administration zu unterstützen, Unternehmen zu Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar in Venezuela zu bewegen.

Jason Gabelman, Analyst bei TD Cowen, bezeichnete Venezuela als potenzielle Wettbewerbschance für Chevron, abhängig von den verfügbaren Konditionen. Das Unternehmen könnte mit relativ geringen Kapitalinvestitionen die Produktion innerhalb weniger Jahre um etwa 200.000 Barrel pro Tag steigern. Dies würde den operativen Cashflow jährlich um 400 bis 700 Millionen US-Dollar erhöhen.

Branche fordert Garantien

Die US-Ölindustrie hat jedoch klare Bedingungen formuliert: Vor größeren Investitionen werden starke finanzielle, rechtliche und Sicherheitsgarantien gefordert. Venezuela hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Geschichte politischer Instabilität und der Enteignung von Vermögenswerten US-amerikanischer Ölunternehmen im Milliardenwert. Diese Vorgeschichte macht die Branche vorsichtig, trotz der enormen Ölreserven des Landes.

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