Chemieindustrie in tiefer Krise
Umsatzrückgang und Produktionsdrosselung - Forderung nach wettbewerbsfähigen Strompreisen und Deregulierung

Die deutsche Chemieindustrie steckt in einer tiefen Krise und hat ihre Produktion im zweiten Quartal aus Kostengründen weiter gedrosselt. Der Branchenverband VCI warnte vor einer anhaltenden Nachfrageschwäche und forderte Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
Im zweiten Quartal verzeichnete die deutsche Chemieindustrie laut dem VCI einen Umsatzrückgang von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Produktion ging um 8 Prozent zurück, wobei die Produktion außerhalb der Pharmasparte sogar um 14,2 Prozent sank. Die Auslastung der Anlagen lag nur bei 77,3 Prozent, weit unter dem angestrebten Wert von 85 Prozent.
VCI-Präsident Markus Steilmann betonte die Notwendigkeit international wettbewerbsfähiger Strompreise und Deregulierung. Er forderte einen Brückenstrompreis und die Beibehaltung des Spitzenausgleichs, um den Standortnachteilen entgegenzuwirken. Einige Unternehmen haben bereits Produktionsstilllegungen und die Verlagerung von Investitionen ins Ausland angekündigt, und weitere könnten folgen.
Die Chemiebranche steht vor düsteren Zukunftsaussichten, da die Unternehmen für das zweite Halbjahr eine weitere Verschlechterung der Geschäftslage erwarten. Der VCI revidierte seine Prognosen und erwartet nun einen Produktionsrückgang von 8 Prozent und einen Jahresumsatzrückgang von 14 Prozent aufgrund rückläufiger Preise. Die Aussichten für einen globalen Aufschwung und die Erholung der Branche sind angesichts der bestehenden Standortnachteile unsicher.
Die Krise der deutschen Chemieindustrie hat noch keine signifikanten Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen, da der Fachkräftemangel die Unternehmen vorerst vor Entlassungen bewahrt. Es gibt jedoch Berichte über Einstellungsstopps und Kurzarbeit in besonders betroffenen Bereichen.
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Zur AktienanalyseDie Chemieindustrie befindet sich in einer ernsthaften Krise, und die Stimmung in der Branche ist entsprechend düster, so VCI-Präsident Steilmann. Die Forderungen nach Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen bleiben bestehen, da die Branche auf eine nachhaltige Erholung hofft.


