Chemieindustrie in Deutschland vor schwierigen Zeiten
Hohe Energiekosten und schwache Konjunktur belasten Produktion und Investitionen

Die deutsche Chemieindustrie steht weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Für das Jahr 2025 erwartet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) stagnierende Aufträge und Umsätze, während die Produktion lediglich um 0,5 Prozent steigen soll. Laut einer aktuellen Befragung der VCI-Mitglieder rechnet fast die Hälfte der Unternehmen mit einer Verschlechterung der Ertragslage. Bereits für das laufende Jahr geht der Verband von einem Umsatzrückgang von zwei Prozent aus, begleitet von einem Preisrückgang um 2,5 Prozent.
Obwohl die chemisch-pharmazeutische Industrie ein Produktionswachstum von zwei Prozent verzeichnen dürfte, bleibt dieses Ergebnis hinter den Erwartungen zurück. Besonders die hohen Energiekosten im internationalen Vergleich belasten die Branche. Zudem beeinflusst die schwache Konjunktur die Nachfrage nach chemischen Produkten negativ, da viele Industrieunternehmen ihre Produktion zurückfahren.
VCI-Präsident Markus Steilemann bezeichnet die Lage der Branche als „trübe Bestandsaufnahme“. Er hob jedoch hervor, dass die rasante Abwärtsbewegung der letzten zwei Jahre gestoppt werden konnte. Dennoch bleibt der Auftragsmangel ein zentrales Problem. Die Produktionsanlagen waren im Jahr 2024 durchschnittlich nur zu 75 Prozent ausgelastet. Damit liegt die Auslastung seit vier Jahren kontinuierlich unter dem Niveau, das für einen rentablen Betrieb erforderlich ist.
Einige Unternehmen haben in diesem Zusammenhang bereits damit begonnen, Anlagen dauerhaft stillzulegen. Weitere Schließungen sind zu erwarten, falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht verbessern. Gleichzeitig zeigt sich ein deutlicher Rückgang bei Investitionen in Deutschland. Viele Unternehmen verlagern ihre Kapitalausgaben ins Ausland, wobei fast die Hälfte der befragten VCI-Mitglieder von einer Ausweitung ihrer Auslandsinvestitionen berichtete.
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Zur AktienanalyseDie Perspektiven für die drittgrößte Industriebranche Deutschlands bleiben somit gedämpft. Teure Energie, ein schwaches wirtschaftliches Umfeld und der Rückgang inlandsbezogener Investitionen setzen die Unternehmen unter Druck. Die Zahlen verdeutlichen die strukturellen Herausforderungen, denen die Chemieindustrie in einem schwierigen globalen Umfeld begegnet. Die anhaltende Unterauslastung der Produktionskapazitäten stellt dabei ein Symptom wie auch eine Ursache der Probleme dar, die die Branche gegenwärtig belasten.

