Chemaf-Verkauf wird zum Testfall für US-Rohstoffpartnerschaft mit Kongo
Mindestens sechs Bieter konkurrieren um das strategisch wichtige Kupfer- und Kobaltprojekt im Wert von 600 Millionen Dollar.

Die Demokratische Republik Kongo steht vor einer wegweisenden Entscheidung über den Verkauf des Bergbauunternehmens Chemaf. Der Deal könnte bereits diese Woche während eines Ministertreffens in Washington besiegelt werden und gilt als erste Bewährungsprobe für die im Dezember geschlossene Rohstoffpartnerschaft zwischen den USA und dem afrikanischen Land.
Chemaf besitzt das Kupfer- und Kobaltprojekt Mutoshi und steht seit 2023 zum Verkauf. Mindestens sechs Bieter haben sich um das angeschlagene Unternehmen beworben, das zu einem politischen Zankapfel geworden ist. "In den nächsten paar Tagen sollten wir in der Lage sein zu entscheiden, in welche Richtung es geht", sagte Bergbauminister Louis Watum Kabamba gegenüber der Financial Times.
Washington unterstützt nachdrücklich ein Konsortium unter Führung von Virtus Resources, einer Gruppe von Veteranen der US-Sicherheits- und Geheimdienste. Auch der Hedgefonds Orion, der Investitionen von der US-Regierung erhält, und der indische Mischkonzern Lloyds Metals gehören zum Bieterkonsortium. Ein geplanter Verkauf an die chinesische Norinco war 2024 am Widerstand der USA und des staatlichen Bergbauunternehmens Gecamines gescheitert.
Strategische Bedeutung für Washington
Die USA betrachten den Deal als symbolische Transaktion, die das Rohstoffabkommen festigen soll. "Es ist wichtig, eine erste Vorzeigeinvestition der USA in der Region zu haben", erklärte ein Beamter des Außenministeriums. Die Vereinbarung ist Teil der amerikanischen Bestrebungen, die Abhängigkeit von China bei kritischen Mineralien zu durchbrechen.
Chris Vandome von der Chatham House Critical Minerals Initiative in London sieht darin "den neuen merkantilistischen Ansatz der Trump-Administration in Bezug auf Afrika". Die Dominanz Chinas in den Lieferketten für Mineralien sei der Kern der US-Intervention gewesen.
Komplexe Verhandlungen mit mehreren Parteien
Der Verkaufsprozess gestaltet sich schwierig, da mehrere Parteien ein Vetorecht besitzen: die Eigentümerfamilie Virji, die kongolesische Regierung mit 5 Prozent Beteiligung und das Rohstoffhandelshaus Trafigura als wichtiger Gläubiger. Trafigura hatte 2022 ein Darlehen von 600 Millionen Dollar für das Projekt arrangiert.
Zu den weiteren Bietern gehören das private kongolesische Unternehmen Buenassa und Global Critical Resources des österreichischen Unternehmers Cevdet Caner. Beide sind Neueinsteiger im Bergbaugeschäft. Mehrere Personen mit Kenntnis des Prozesses bezeichnen Virtus als Favoriten, betonten jedoch, der Deal sei noch nicht abgeschlossen.
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Zur AktienanalyseGroßes Potenzial bei Kobaltproduktion
Chemaf produziert derzeit in seiner Mine Etoile weniger als 20.000 Tonnen Kupfer jährlich – ein kleiner Bruchteil der weltweiten Gesamtmenge. Das Unternehmen könnte jedoch zu einem der weltweit größten Kobaltproduzenten werden, sobald ein Erweiterungsprogramm für das Mutoshi-Projekt im Wert von 300 Millionen Dollar abgeschlossen ist.
Bergbauminister Kabama betonte, ein Deal werde "über das Transaktionale hinausgehen" und müsse die Bedeutung für lokale Gemeinschaften berücksichtigen. Er wies Spekulationen zurück, die DR Kongo verkaufe "alle ihre Mineralien an die Amerikaner". Die Partnerschaft sei so konzipiert, dass sie für beide Seiten funktioniere.


