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Charles River Laboratories verkauft zwei Sparten und hebt Gewinnprognose an

Der Pharmadienstleister trennt sich von CDMO, Cell Solutions und europäischen Discovery-Assets für insgesamt rund 300 Millionen Dollar.

Charles River Laboratories verkauft zwei Sparten und hebt Gewinnprognose an

Die Aktie von Charles River Laboratories International (NYSE: CRL) legte am Mittwoch im vorbörslichen Handel um 3,5 Prozent zu. Auslöser war die Ankündigung des US-amerikanischen Pharmadienstleisters, gleich zwei Geschäftsbereiche zu veräußern und damit seine Konzernstruktur deutlich zu verschlanken.

Charles River unterzeichnete eine endgültige Vereinbarung über den Verkauf seiner Sparten CDMO (Contract Development and Manufacturing Organization) und Cell Solutions an den Finanzinvestor GI Partners. Die Gegenleistung besteht dabei primär aus künftigen, erfolgsabhängigen Zahlungen. Der CDMO-Bereich erbringt Dienstleistungen für genmodifizierte Zell- und Gentherapien, darunter virale Vektoren und Plasmid-DNA. Die Cell-Solutions-Sparte liefert zelluläre Materialien menschlichen Ursprungs für die Entwicklung von Zelltherapien. Beide Bereiche erzielten 2025 zusammen einen Jahresumsatz von 143 Millionen US-Dollar.

Unabhängig davon vereinbarte Charles River den Verkauf bestimmter Vermögenswerte seines European Discovery Services an den Gesundheitsdatenkonzern IQVIA Holdings. Der Kaufpreis beträgt rund 145 Millionen US-Dollar in bar, zuzüglich potenzieller Zusatzzahlungen von bis zu 10 Millionen Dollar. Diese Vermögenswerte umfassen fünf europäische Standorte mit einem Jahresumsatz von 144 Millionen Dollar und bieten In-vitro-Arzneimittelforschung sowie pharmakologische Dienstleistungen in den Bereichen Onkologie, Neurowissenschaften, Immunologie und Zellbiologie an.

Auswirkungen auf Prognose und Margen

Beiden Transaktionen sollen voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der üblichen regulatorischen Genehmigungen. Durch die Verkäufe reduziert sich der ausgewiesene Konzernumsatz 2026 um etwas mehr als 200 Millionen US-Dollar. Die organische Umsatzwachstumsprognose sinkt dadurch um mehr als 50 Basispunkte.

Dennoch erwartet das Management per Saldo positive Effekte auf die Profitabilität. Die Transaktionen sollen die Non-GAAP-Operativmarge 2026 um mindestens 100 Basispunkte verbessern und den Non-GAAP-Gewinn je Aktie im Rumpfjahr um rund 0,10 US-Dollar steigern. Charles River passte seine Gesamtprognose für 2026 entsprechend an: Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie wird nun mit 10,80 bis 11,30 Dollar erwartet, nach zuvor 10,70 bis 11,20 Dollar.

Beim Umsatz rechnet das Unternehmen nun mit einem Rückgang von 3,5 bis 5,0 Prozent gegenüber der bisherigen Prognose eines stagnierenden bis leicht wachsenden Geschäfts. Der organische Umsatz soll um 0,5 bis 1,5 Prozent sinken. Anleger werteten die Fokussierung auf margenstärkere Kernbereiche und die angehobene Gewinnprognose positiv – der Kursanstieg im vorbörslichen Handel spiegelt dieses Sentiment wider.

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