Chalco investiert eine Milliarde Dollar in Aluminiumoxid-Raffinerie Guinea
Chinas größter staatlicher Aluminiumproduzent erschließt afrikanische Bauxitvorkommen mit einem Milliarden-Dollar-Projekt in Guinea.

Die Aluminum Corporation of China (Chalco) hat eine Investition von einer Milliarde US-Dollar in ein Aluminiumoxid-Werk in Guinea vereinbart. Das in Peking ansässige Unternehmen ist der größte staatliche Aluminiumproduzent Chinas und will damit die reichen Bauxitvorkommen des westafrikanischen Landes erschließen. Die Ankündigung erfolgte über eine offizielle Börsenmitteilung.
Konkret plant Chalco die Gründung einer Gesellschaft zur Entwicklung eines Werks mit einer Jahreskapazität von 1,2 Millionen Tonnen Aluminiumoxid. Die guineische Regierung erhält dabei eine Beteiligung von 5 Prozent kostenlos oder zum Nennwert. Zusätzlich sichert sich der Staat die Option, diesen Anteil zum Marktwert auf bis zu 35 Prozent aufzustocken.
Erstes Auslandswerk für Chalco
Das Projekt markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Unternehmensgeschichte: Es wird das erste Aluminiumoxid-Werk von Chalco außerhalb Chinas sein. In Guinea ist das Unternehmen jedoch kein Neuling – in den vergangenen zehn Jahren hat Chalco bereits die Bauxitmine Boffa in dem afrikanischen Land entwickelt und damit wertvolle Erfahrungen vor Ort gesammelt.
Bauxit ist der natürliche Rohstoff, aus dem zunächst Aluminiumoxid gewonnen wird. Dieses wird anschließend in einem weiteren Schmelzprozess zu Aluminium weiterverarbeitet. Guinea zählt zu den bauxitreichsten Ländern der Welt und ist daher ein strategisch wichtiger Standort für die globale Aluminiumindustrie.
Chinesische Expansion in Afrika gewinnt Fahrt
Chalco ist nicht das einzige chinesische Unternehmen, das verstärkt in bauxitreichen Ländern investiert. Auch Chalcos größter privater Rivale, die China Hongqiao Group, expandiert aktiv in solchen Regionen. Der Hintergrund dieser Auslandsstrategie liegt in den heimischen Kapazitätsgrenzen: Chinesische Schmelzhütten produzieren mehr als die Hälfte des weltweiten Aluminiums, stoßen im Inland jedoch an eine von der Zentralregierung festgelegte Kapazitätsobergrenze, die zur Senkung von Emissionen eingeführt wurde.
Für die Realisierung des Guinea-Projekts sind noch wichtige Hürden zu nehmen. Laut der Börsenmitteilung bedarf der Investitionsplan sowohl der Zustimmung der Chalco-Aktionäre als auch der offiziellen Genehmigung durch die guineische Regierung.
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Zur AktienanalyseAluminiumpreis auf Höhenflug – Aktie profitiert
Das Marktumfeld spielt Chalco dabei in die Karten. Der Aluminiumpreis ist im laufenden Jahr an der Londoner Metallbörse um 22 Prozent gestiegen. Als Grund gilt unter anderem der Krieg im Nahen Osten, der die Exporte aus der Region beeinträchtigt und das globale Angebot verknappt hat. Die in Hongkong notierten Aktien von Chalco notierten am Freitag fester und haben sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt – ein deutliches Zeichen für das gestiegene Anlegervertrauen in den Sektor.


