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CFTC schlägt neue Regulierung für boomende Prognosemärkte vor

Die US-Derivateaufsicht CFTC will Prognosemärkte stärker regulieren und dabei Innovation ermöglichen, ohne Betrug und Insiderhandel zu fördern.

CFTC schlägt neue Regulierung für boomende Prognosemärkte vor

Die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat am Mittwoch neue Regulierungsentwürfe für die aufstrebende Branche der Prognosemärkte veröffentlicht. Die Behörde, die als oberste US-Derivateaufsicht fungiert, will damit die bundesstaatliche Kontrolle über Unternehmen festigen, die in den Bereichen Politik- und Sportwetten stark gewachsen sind. Gleichzeitig sollen neue Möglichkeiten für Betrug und Marktmissbrauch eingedämmt werden.

CFTC-Vorsitzender Michael Selig erklärte in einer Stellungnahme, die vorgeschlagenen Regeln böten „ein Mittel zum Schutz der Marktintegrität, ohne verantwortungsvoller Innovation im Wege zu stehen". Mit dem Vorschlag will die Behörde weitreichende Fragen zu den angemessenen Funktionen von Prognosemärkten, ihren Risiken und den besten Mitteln zur Überwachung des Nutzerverhaltens klären.

Was sind Prognosemärkte?

Prognosemärkte – auf Englisch „Prediction Markets" – ermöglichen es Nutzern, Ja-Nein-Wetten auf den Ausgang praktisch jedes Ereignisses abzuschließen. Dazu zählen politische Wahlen, Sportergebnisse oder andere öffentliche Ereignisse. Bekannte Anbieter wie Kalshi und Polymarket haben mit diesem Modell bereits Milliarden von US-Dollar von Wettenden aus aller Welt angezogen. Auch Sportwetten- und Kryptofirmen – darunter einige mit Verbindungen zur Familie und den Unternehmen von Präsident Donald Trump – drängen zunehmend in diesen Markt.

Die neue Regulierungsinitiative erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die CFTC auf erheblichen Widerstand stößt. Zahlreiche US-Bundesstaaten sowie indigene Stämme argumentieren, dass ereignisbasierte Kontrakte auf Sportbasis illegalem Glücksspiel gleichkommen, und haben Klage eingereicht, um diese zu blockieren. Der Regulierungsdruck von mehreren Seiten macht die Lage für die Behörde besonders komplex.

Insiderhandel als wachsendes Problem

Ein zentrales Thema des Regulierungsvorschlags ist die Bekämpfung von Insiderhandel. In den vergangenen Monaten haben sich entsprechende Fälle gehäuft – obwohl die Betreiber der Prognosemärkte betonen, diese selbst entdeckt und gemeldet zu haben. Zu den bekanntesten Fällen zählen:

  • Ein Soldat einer US-Spezialeinheit, der auf die Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro wettete
  • Offensichtliche Wetten des in Ungnade gefallenen ehemaligen Abgeordneten George Santos auf seine eigene Teilnahme an Trumps Rede zur Lage der Nation
  • Ein italienischer Google-Softwareingenieur, dem Handel auf Basis von Insiderwissen vorgeworfen wird

Darüber hinaus berichtete der US-Sender NPR im vergangenen Monat, dass Mitarbeiter politischer Kampagnen angaben, Personen in ihrer Branche nutzten Prognosemärkte häufig, um auf ihre eigenen Wahlkämpfe zu wetten. Experten erklärten gegenüber Reuters, dass die Überwachung dieses wachsenden Kreises von Insidern eine erhebliche Herausforderung darstellen könnte.

Öffentliche Konsultation und nächste Schritte

Bereits im März hatte die CFTC in einem Aufruf zur Stellungnahme die Öffentlichkeit um Einschätzungen gebeten – unter anderem dazu, welche Arten von Ereigniskontrakten im öffentlichen Interesse liegen und ob Wetten auf kriminelle Aktivitäten sowie verschiedene Formen von Gewalt verboten werden sollten. Dieser Aufruf ging dem nun veröffentlichten Regulierungsvorschlag voraus.

Der aktuelle Vorschlag unterliegt nun einer 45-tägigen Frist für öffentliche Stellungnahmen, bevor eine Entscheidung über die endgültige Fassung getroffen wird. Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung relevant, da Plattformen wie Polymarket auch international aktiv sind und die US-Regulierung als Blaupause für andere Märkte dienen könnte.

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