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CFPB-Chefprüferin droht Mitarbeitern bei zu hartem Vorgehen gegen Finanzfirmen

Eine interne E-Mail enthüllt, wie die US-Verbraucherschutzbehörde CFPB ihre Prüfer unter Druck setzt, Unternehmen zu schonen.

CFPB-Chefprüferin droht Mitarbeitern bei zu hartem Vorgehen gegen Finanzfirmen

Die US-Verbraucherschutzbehörde CFPB (Consumer Financial Protection Bureau) steht erneut im Mittelpunkt einer politischen Kontroverse. Chefprüferin Fatima Batie warnte Mitarbeiter in einer internen E-Mail vom 13. Mai davor, dass ihnen „höchst unangenehme" Konsequenzen drohen könnten, sollten sie bei der Aufsicht von Finanzunternehmen zu aggressiv vorgehen. Die E-Mail liegt Reuters vor und wurde erstmals von der Nachrichtenagentur veröffentlicht.

Die Drohung erging zu einem Zeitpunkt, als die Behörde ihre Prüfungen nach einer langen Unterbrechung wieder aufnahm. Batie schrieb den Mitarbeitern als „freundliche Erinnerung", beim sogenannten „Demutsversprechen" (humility pledge) vorsichtig zu sein – einem langen Bekenntnis, das Prüfer zu Beginn jeder Inspektion ablegen müssen und in dem sie sich zu Effizienz, Transparenz und Kooperation mit den beaufsichtigten Unternehmen verpflichten.

„Ich verspreche Ihnen: Wenn Sie etwas Aufhetzendes oder Berichtenswertes sagen, wird dies auf höchst unangenehme Weise auf Sie zurückfallen, und ich beziehe mich dabei nicht auf meine Reaktion oder die von Calvin", schrieb Batie in der E-Mail. Mit „Calvin" meinte sie ihren Vorgesetzten Calvin Hagins, den Leiter der Prüfungsabteilung der Behörde. Batie ließ offen, auf wessen Reaktion sie sich konkret bezog und welche Folgen gemeint waren.

Kritik: „Reine Einschüchterung"

Kritiker sehen in der Nachricht eine gezielte Drohung gegenüber dem CFPB-Personal. Austin Hinkle, ein ehemaliger leitender Berater in der Aufsichtsabteilung der CFPB und heute als Rechtsanwalt in privater Praxis tätig, bezeichnete Baties Warnung als „reine Einschüchterung". Dies könne Prüfer davon abhalten, die Art robuster Interaktion mit Unternehmen zu führen, die notwendig sei, um die schädlichsten Verstöße aufzudecken.

„Diese Nachricht wird von vielen bei der CFPB als klare Drohung verstanden werden: Wenn sie eine Frage stellen, die dem Institut nicht gefällt, steht möglicherweise ihr Arbeitsplatz auf dem Spiel", schrieb Hinkle in einer E-Mail an Reuters. Er fügte hinzu, die Nachricht bestärke die Tatsache, dass die von der CFPB beaufsichtigten Unternehmen einen direkten Draht zur politischen Führung hätten und nicht zögern würden, den Aufsichtsprozess zu umgehen.

Vertreter der CFPB und des Weißen Hauses reagierten nicht auf Anfragen zur Stellungnahme. Batie selbst antwortete weder auf E-Mails noch auf telefonische Kontaktversuche. Hagins verwies Fragen an die Behördenvertreter.

Trumps Kurs: Regulatorischer Rückzug beim Verbraucherschutz

Die E-Mail spiegelt einen breiteren Kurswechsel unter der Regierung von Präsident Donald Trump wider. Russell Vought, der ehemalige Interimsdirektor der CFPB, erklärte vor dem Kongress, die Behörde habe ihren Aufsichtsansatz neu kalibriert, mit dem Ziel, „so wenig Schaden wie möglich" anzurichten. Er betonte jedoch: „Das bedeutet nicht, dass wir den Ansatz verfolgen, so wenig wie möglich zu tun. Wir halten uns an das Gesetz."

Unter Vought warf die Behördenleitung den Mitarbeitern „Rowdytum" im Umgang mit beaufsichtigten Unternehmen vor. Nach seiner Amtsübernahme Anfang 2025 setzte er sämtliche Prüfungen sowie alle anderen Arbeiten aus und versuchte anschließend, die Belegschaft der CFPB drastisch zu reduzieren – ein Vorhaben, das bisher von Gerichten blockiert wurde. Vought sollte zuletzt als amtierender CFPB-Chef zurücktreten; sein Nachfolger wartet noch auf die Bestätigung durch den Senat.

Neben der Kürzung der Prüfungen um rund 50 Prozent hat die CFPB unter Trump ihre Aufsichtsprioritäten verschoben – weg von bisherigen Kernbereichen wie Studienkrediten und medizinischen Schulden. Laut den von Trump ernannten Beamten war die bisherige Aufsicht zu belastend geworden und habe die Kreditvergabe sowie das Wirtschaftswachstum gehemmt.

Hintergrund: Die CFPB und ihre Bedeutung

Die CFPB wurde 2010 als Reaktion auf die Finanzkrise von 2007 bis 2009 gegründet, um räuberische Kreditgeber zu kontrollieren. Sie ist die einzige US-Bundesbehörde mit der Befugnis, Verbraucherschutzgesetze im Finanzbereich bei Nicht-Banken wie Hypothekengebern und Zahlungsdienstleistern durchzusetzen. Die Behörde ist seit ihrer Gründung ein Ziel von Konservativen, die sie als verfassungswidrig und geschäftsschädigend bezeichnen.

Die frühere demokratische Führung der CFPB schrieb den Aufsehern zu, Verbrauchern durch reduzierte und gestrichene Schulden erhebliche Summen gespart zu haben. Finanzunternehmen hingegen beschwerten sich häufig, dass Prüfungen unter demokratischen Regierungen aufdringlich und unnötig belastend gewesen seien und die Prüfer oft streitlustig agiert hätten.

Die CFPB ist nicht die einzige Finanzbehörde, die unter Trump eine industriefreundlichere Haltung einnimmt. Auch andere von Trump ernannte Bankenregulierer haben Prüfungen reformiert, deren Umfang eingeschränkt und Prüfer stärker auf wesentliche finanzielle Risiken fokussiert. Die neuen operativen Aufsichtsprinzipien der Federal Reserve etwa ermutigen Kreditgeber sogar dazu, Prüfer zu melden.

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