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Cerebras hebt IPO-Preisspanne auf $150 bis $160 an

Angesichts einer 20-fachen Überzeichnung erhöht der KI-Chiphersteller Cerebras Preisspanne und Aktienvolumen seines Börsengangs deutlich.

Cerebras hebt IPO-Preisspanne auf $150 bis $160 an

Der KI-Chiphersteller Cerebras Systems plant, die Preisspanne seines Börsengangs (IPO) auf $150 bis $160 pro Aktie anzuheben. Das berichteten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters. Ursprünglich war eine Spanne von $115 bis $125 vorgesehen – die neue Spanne liegt damit um rund 30 Prozent höher.

Gleichzeitig erwägt das Unternehmen, die Anzahl der angebotenen Aktien von 28 Millionen auf 30 Millionen zu erhöhen. Am oberen Ende der neuen Preisspanne würde Cerebras damit rund $4,8 Milliarden einnehmen – gegenüber $3,5 Milliarden unter den ursprünglichen Bedingungen. Die endgültige Preisfestsetzung ist für den 13. Mai geplant, und die Zahlen könnten sich bis dahin noch ändern.

Der Börsengang stieß auf ein außergewöhnlich hohes Interesse: Die Nachfrage nach den angebotenen Aktien übersteigt das verfügbare Volumen um mehr als das 20-fache. Das Unternehmen versucht nun, dieses enorme Interesse vor der Preisfestsetzung zu steuern. Bloomberg News hatte zuvor berichtet, dass Cerebras die Spanne lediglich auf $125 bis $135 anheben wolle – die nun kommunizierten Zahlen gehen deutlich darüber hinaus.

Cerebras im Wettbewerb mit Nvidia

Das in Sunnyvale, Kalifornien, ansässige Unternehmen stellt spezialisierte Chips für den Betrieb fortschrittlicher KI-Modelle her und tritt damit in einem Markt an, der von Nvidia dominiert wird. Der entscheidende Vorteil der Cerebras-Chips liegt in ihrer Eignung für sogenannte Inferenz-Berechnungen – also jene Prozesse, die es KI-Modellen ermöglichen, auf Nutzeranfragen zu reagieren. Die Branche hat sich beim Modelltraining lange auf GPU-Chips verlassen, doch mit dem Übergang von der Trainings- zur Einsatzphase wächst die Nachfrage nach spezialisierten Inferenz-Chips rasant.

Cerebras verzeichnet eine sprunghaft ansteigende Nachfrage nach seinen Prozessoren, da KI-Labore zunehmend vom Training der Modelle zu deren produktivem Einsatz übergehen. Zu den Kunden zählen inzwischen Amazon und OpenAI – zwei der weltweit größten Entwickler von KI-Infrastruktur. Diese Partnerschaften dürften das Vertrauen der Investoren erheblich gestärkt haben.

Zweiter Anlauf nach gescheitertem IPO-Versuch

Der bevorstehende Börsengang ist für Cerebras bereits der zweite Anlauf. Das Unternehmen hatte bereits 2024 einen Börsengang beantragt, den Plan jedoch zurückgezogen. Auslöser war eine sicherheitspolitische Überprüfung durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS). Hintergrund war die enge Partnerschaft mit G42, einem in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässigen KI-Unternehmen, das im ersten Halbjahr 2024 mehr als 80 Prozent des Umsatzes von Cerebras beisteuerte. Der Ausschuss gab das Geschäft schließlich frei, womit dem erneuten Börsengang der Weg geebnet wurde.

Laut dem Datenanbieter Dealogic wäre die Emission der bisher weltweit größte Börsengang des laufenden Jahres. Die Transaktion wird von namhaften Banken begleitet: Morgan Stanley, Citigroup, Barclays und die UBS Group AG führen das Konsortium an. Cerebras plant, seine Aktien am Nasdaq Global Select Market unter dem Börsenkürzel CBRS zu handeln.

Für deutsche Anleger ist der Cerebras-IPO ein weiteres Zeichen für den anhaltenden Boom rund um künstliche Intelligenz. Die massive Überzeichnung und die deutliche Anhebung der Preisspanne spiegeln das globale Investoreninteresse an KI-Infrastruktur wider – und zeigen, dass Halbleiter weiterhin als zentraler Engpass in der Technologie-Lieferkette gelten.

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