CDU fordert mehr Arbeit für den Wohlstand
SPD pocht auf Entlastung für Geringverdiener und stabile Sozialversicherungsbeiträge

Die Debatte über die Arbeitszeit in Deutschland hält weiter an. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat sich erneut zur Diskussion geäußert und fordert mehr Einsatz der Bevölkerung zum Erhalt des Wohlstands. Nach Ansicht Linnemanns basieren sowohl die sozialen Sicherungssysteme als auch die Funktionsfähigkeit des Landes auf einer produktiven Arbeitsweise. Er betonte, dass eine ausgewogene Work-Life-Balance zwar nicht falsch sei, der Eindruck entstehe jedoch zunehmend, dass es den Menschen mehr um Freizeit als um Arbeit gehe.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Diskussion zuvor mit einer Forderung nach mehr und effizienterer Arbeit angestoßen. Auf dem CDU-Wirtschaftstag sagte er, mit Konzepten wie einer Vier-Tage-Woche könne der Wohlstand nicht gesichert werden. In seiner ersten Regierungserklärung hatte er von einer „gewaltigen Kraftanstrengung“ gesprochen. Linnemann hob zudem hervor, dass junge Menschen wieder stärker auf Ausbildung und berufliche Selbstverwirklichung setzen sollten.
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD ist vorgesehen, den Acht-Stunden-Tag durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu ersetzen. Eine solche Flexibilisierung solle insbesondere Familien mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen zugutekommen. Auch die Einführung einer sogenannten Aktivrente sei Bestandteil der Pläne, um die Produktivität zu steigern. Kritik kommt jedoch vom Marburger Bund. Der Ärzteverband warnt davor, die gesetzlich und tariflich festgelegten Arbeitszeitregelungen aufzuweichen. Schon jetzt seien viele Beschäftigte stark belastet, erklärte der Verband. Die bestehenden Ausnahmeregelungen im Arbeitszeitgesetz böten bereits ausreichend Flexibilität.
Kanzler Merz relativierte seine Aussagen inzwischen teilweise. Zwar sei das Arbeitsvolumen insgesamt zu gering, es gebe jedoch Bevölkerungsgruppen, insbesondere unter jungen Menschen, die sehr viele Überstunden leisten. In manchen Branchen herrsche zudem eine besonders hohe Arbeitsbelastung. Gleichzeitig nehme die Arbeitszeit mit dem Alter ab. Merz wies darauf hin, dass leistungsfähige Menschen unter zumutbaren Bedingungen arbeiten können sollten.
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Zur AktienanalyseSPD-Chef und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil reagierte mit der Forderung, insbesondere Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen steuerlich zu entlasten. Er sprach sich gegen Vergünstigungen für Spitzenverdiener aus. Die SPD setzt auf Strukturreformen in den Sozialversicherungen, um stabile Beitragssätze zu sichern und Investitionen anzukurbeln.


