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CATL investiert 4,4 Milliarden Dollar in neues Bergbaugeschäft

Der chinesische Batterieriese gründet eine eigene Bergbau-Tochtergesellschaft und sichert damit seine Rohstoffversorgung für Elektrofahrzeuge.

CATL investiert 4,4 Milliarden Dollar in neues Bergbaugeschäft

Contemporary Amperex Technology (CATL), einer der weltweit größten Batteriehersteller, dringt mit einer Milliarden-Investition tief in den Bergbausektor vor. Das chinesische Unternehmen hat 30 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 4,4 Milliarden US-Dollar – für die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft bereitgestellt. Dies gab CATL am Mittwoch in einer offiziellen Mitteilung an die Börse in Shenzhen bekannt.

Die neue Tochtergesellschaft soll die Exploration von Mineralien, die Metallverarbeitung sowie den Vertrieb chemischer Produkte umfassen. Laut CATL zielt der Investmentarm darauf ab, „bestehende Bergbau-Assets zu integrieren, hochwertige Mineralprojekte im In- und Ausland zu verfolgen und die Rohstoffversorgung für das Kerngeschäft des Unternehmens zu sichern."

Rohstoffpreise als Treiber der Expansion

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund massiv gestiegener Rohstoffkosten. Lithiumpreise schnellten im vergangenen Jahr um 140 Prozent in die Höhe. Auch Nickel und Kobalt verteuerten sich erheblich – bedingt durch Exportbeschränkungen in Indonesien und der Demokratischen Republik Kongo. Für einen Batteriehersteller wie CATL, der auf diese Materialien angewiesen ist, stellen solche Preissprünge ein erhebliches Versorgungsrisiko dar.

Bisher agierte CATL vorwiegend als Batteriehersteller und steuerte seine Rohstoffrisiken über Minenbeteiligungen, Kapitalbeteiligungen und langfristige Lieferverträge. Obwohl das Unternehmen bereits eine bedeutende Lithiummine besitzt, blieb ein diversifiziertes Bergbauportfolio bislang kein strategisches Kernziel. Mit der Gründung der neuen Tochtergesellschaft vollzieht CATL nun einen klaren strategischen Kurswechsel.

Zu den bestehenden chinesischen Bergbau-Assets zählen die Jianxiawo-Lepidolith-Mine in der Provinz Jiangxi sowie Beteiligungen an Projekten in Sichuan. Die Jianxiawo-Mine ist allerdings seit August aufgrund von Genehmigungsproblemen stillgelegt.

Prominente Beratung und starke Quartalszahlen

Laut einem Bloomberg-Bericht der vergangenen Woche hat CATL Chen Jinghe als Berater für sein wachsendes Bergbaugeschäft gewonnen. Chen ist Gründer und ehemaliger Vorsitzender der Zijin Mining Group und trug maßgeblich dazu bei, Zijin von einem kleinen chinesischen Goldabbauunternehmen zu einem der weltweit größten Bergbaukonzerne zu transformieren. Chen trat im vergangenen Jahr von seinem Posten zurück.

Zhou Ling, Hedgefonds-Manager bei Shanghai Shiva Investment, erklärte gegenüber der South China Morning Post, dass CATLs Pläne für ein Upstream-Bergbaugeschäft auch den Eintritt in die Märkte für Automobile und Energiespeichersysteme beschleunigen könnten.

Parallel zur Bergbau-Ankündigung veröffentlichte CATL starke Quartalszahlen. Der Nettogewinn im ersten Quartal 2026 (Januar bis März) stieg um 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 20,7 Milliarden Yuan – und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Für das Gesamtjahr 2025 wies das in Ningde, Provinz Fujian, ansässige Unternehmen einen Nettogewinn von 72,2 Milliarden Yuan aus, was einem Anstieg von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Kombination aus solider Ertragslage und strategischer Rohstoffsicherung unterstreicht CATLs Ambitionen, die gesamte Wertschöpfungskette der Batterieproduktion – vom Bergbau bis zur fertigen Zelle – stärker unter eigene Kontrolle zu bringen.

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