Cathie Wood und Frank Thelen: Sind sie echte Starinvestoren?
Mediale Präsenz allein macht noch keinen erfolgreichen Investor – die Performance zählt.

Cathie Wood tourt wieder durch die Medienlandschaft. Die Gründerin von Ark Invest gibt sich bullish für Tesla und prognostiziert eine monatliche Verdopplung der Robotaxi-Flotte. Eine gewagte These, wenn man bedenkt, dass sich derzeit praktisch keine Tesla-Robotaxis im Einsatz befinden. Doch die eigentliche Frage lautet: Verdient Wood überhaupt den Titel "Starinvestorin"?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Ihr Flaggschiff, der Ark Innovation ETF, mag seit der Auflage 2014 im Plus liegen. Doch in den vergangenen fünf Jahren hat der technologielastige Fonds über 50 Prozent an Wert verloren. Zum Vergleich: Ein simpler MSCI World ETF legte im selben Zeitraum rund 75 Prozent zu. Diese Underperformance von mehr als 125 Prozentpunkten ist bemerkenswert – im negativen Sinne.
Das Problem mit dem Starlabel
In der Investmentwelt wird das Prädikat "Star" schnell und oft voreilig vergeben. Einmal verliehen, haftet es wie Sekundenkleber – unabhängig von der tatsächlichen Performance. Frank Thelen ist ein Paradebeispiel dafür. Der deutsche Tech-Investor wird regelmäßig als Starinvestor bezeichnet, obwohl seine Fondsperformance alles andere als stellar ist.
Sein Flaggschiff TEQ Disruptive Technologies notiert seit der Auflage 2021 etwa 23 Prozent im Minus. In einem Marktumfeld, das viele Anleger zu neuen Höchstständen führte, ist das eine beachtliche Negativleistung. Doch das mediale Echo bleibt wohlwollend.
Mediale Präsenz statt Performance
Das Muster ist erkennbar: Die meisten selbsternannten oder medial gekürten Stars zeichnen sich entweder durch hohe Medienpräsenz aus oder konnten kurzzeitig beeindruckende Renditen vorweisen. Langfristige, konsistente Outperformance? Fehlanzeige.
Beim Investieren verhält es sich wie beim Marathon: Es geht nicht darum, möglichst schnell zu starten, sondern durchzuhalten und konstant zu bleiben. Spektakuläre Anfangserfolge verblassen schnell, wenn die Langzeitperformance enttäuscht.
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Zur AktienanalyseDer wahre Starinvestor
Streng genommen gibt es nur einen Investor, der das Label "Star" wirklich verdient: Warren Buffett. Seine Erfolgsgeschichte erstreckt sich über Jahrzehnte, nicht nur über einzelne Bullenmärkte. Seine Berkshire Hathaway hat den Markt über mehr als ein halbes Jahrhundert konsistent geschlagen.
Für Privatanleger lautet die Lektion: Lassen Sie sich nicht von medialer Präsenz und vollmundigen Prognosen blenden. Prüfen Sie die langfristige Track-Record und vergleichen Sie die Performance mit einfachen Benchmarks. Oft stellt sich heraus, dass ein kostengünstiger ETF die bessere Wahl ist als der Fonds eines selbsternannten Stars.

