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Catalym sichert 150 Millionen Dollar Finanzierung

Neue Mittel für die Erforschung eines innovativen Krebsmedikaments und US-Expansion

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Catalym sichert 150 Millionen Dollar Finanzierung

Die Biotechfirma Catalym hat eine Rekordsumme von 150 Millionen Dollar von internationalen Investoren eingesammelt. Diese finanzielle Unterstützung soll die weitere Erforschung eines vielversprechenden Medikaments namens Visugromab ermöglichen. Visugromab ist ein monoklonaler Antikörper, der die Erfolgschancen von Krebstherapien verbessern soll, indem er ein Protein neutralisiert, das Tumore nutzen, um sich vor dem Immunsystem zu schützen. Aktuell wird das Mittel in mehreren Phase-zwei-Studien gegen verschiedene Tumorarten erprobt. Der nächste Schritt ist die Ausweitung der Studien auf Patienten in früheren Behandlungsstadien.

Christine Schuberth-Wagner, die wissenschaftliche Leiterin bei Catalym, erläutert, dass der menschliche Körper das Protein GDF-15 als Antwort auf Stress produziert. Dieses Protein, das sowohl bei der Entstehung von Tumoren als auch während der Krebstherapie ansteigt, führt dazu, dass die Krebstherapien nicht wie gewünscht wirken. Bei seit mehr als einem Jahrzehnt erfolgreichen Krebsimmuntherapien steigt GDF-15 oft im Therapieverlauf an, was den Tumor resistent gegen die Behandlung macht. Daher testet Catalym die Wirkung von Visugromab in Kombination mit etablierten Immuntherapien wie Opdivo (Nivolumab) von Bristol-Myers Squibb.

Auf dem diesjährigen internationalen Krebskongress ASCO in den USA präsentierte Catalym vielversprechende Ergebnisse seiner Studien. Viele Patienten zeigten eine positive Reaktion auf die Kombinationstherapie und die Überlebenszeit wurde verlängert, selbst bei Patienten, die zuvor bereits mehrere erfolglose Therapien durchlaufen hatten. Aufgrund dieser positiven Resultate plant Catalym, Visugromab in Kombination mit Immuntherapien bereits in der Erstlinienbehandlung von Tumorpatienten zu erproben, beginnend mit Studien zu Lungenkrebs.

Für Catalym stellen die 150 Millionen Dollar eine Rekordsumme dar und sind ein bedeutender Erfolg für die deutsche und europäische Biotechbranche, die sich gerade von einer Nach-Corona-Flaute erholt. Es ist bereits die dritte Finanzierungsrunde über 100 Millionen Euro in der deutschen Biotechbranche in diesem Jahr. Die Biotechfirmen Tubulis und ITM hatten in der ersten Jahreshälfte ebenfalls hohe Summen erhalten. Vincent Meunier von der Investmentbank Bryan Garnier stellt fest, dass europäische Biotechunternehmen insgesamt besser dastehen als vor einigen Jahren, da es mehr und größere private Finanzierungen gibt. Catalym ist ein Beispiel für diesen positiven Trend.

Catalym wurde 2016 als Ausgründung der Universität Würzburg gegründet. Das Unternehmen zog 2018 nach Martinsried bei München um, nachdem es eine erste größere Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen hatte. Die aktuelle Serie-D-Finanzierungsrunde wird von neuen US-Investoren wie Canaan Partners und Bioqube Ventures angeführt, unterstützt von bestehenden Investoren wie Jeito Capital und dem Novartis Venture Fund. Catalym plant, sich mit dieser Finanzspritze auch im US-amerikanischen Pharmamarkt zu positionieren und noch in diesem Jahr eine Niederlassung in Boston zu eröffnen. Langfristig zieht Firmenchef Phil L’Huillier auch strategische Partnerschaften oder einen Börsengang in Betracht, um das Unternehmen weiterzuentwickeln.

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