Casa Newton: Luciano Giubbileis neues Meisterwerk in der Toskana
Der preisgekrönte Landschaftsgestalter Luciano Giubbilei kehrt mit einem romantischen Hotelgarten in seine toskanische Heimat zurück.

Der renommierte italienische Landschaftsgestalter Luciano Giubbilei hat in der Toskana ein neues Gartenprojekt vollendet, das zugleich eine persönliche Heimkehr darstellt. Die Casa Newton, eine markante Backsteinvilla aus dem Jahr 1846, liegt in den toskanischen Hügeln mit Blick auf das Val d'Orcia – nur eine Stunde von Siena entfernt, wo Giubbilei aufwuchs. Das Anwesen wurde 2023 als Hotel mit elf Zimmern eröffnet und beherbergt nun einen Garten, den Giubbilei selbst als „ganz besondere Erfahrung" bezeichnet.
Die Villa wurde ursprünglich von einem Nachfahren Isaac Newtons erbaut und trägt daher ihren ungewöhnlichen Namen. Die Eigentümer, die Architektin Antonie Bertherat-Kioes und ihr Ehemann Philippe Bertherat, kennen Giubbilei seit mehr als einem Jahrzehnt. Ihre erste Zusammenarbeit betraf einen Garten auf dem benachbarten Weingut der Familie – die Casa Newton ist nun das Ergebnis einer vertieften, langjährigen Partnerschaft.
Vier Jahre Entstehungszeit für ein stimmiges Gesamtwerk
Die Realisierung des Gartenprojekts dauerte vier Jahre – ein für Giubbileis Arbeitsweise typischer Zeitrahmen, der langsam wachsende Konzepte begünstigt. Als Inspiration dienten ihm die nahe gelegenen klassischen italienischen Gärten der Horti Leonini in San Quirico d'Orcia sowie die Villa La Foce. Beim Säubern des Geländes entdeckte das Team alte Steinpfade, die als Ausgangspunkt für die Gestaltung dienten.
Der Garten umfließt das Haus mit einer spielerischen Formalität: Schlanke Zypressen ragen wie elegante Überraschungen aus der Mitte von Hecken hervor. Eine zentrale Pergola wurde durch einen niedrigen, achteckigen Steinbrunnen ersetzt. Der duftende Rosmaringarten erstreckt sich den Hang hinunter bis zu einem Swimmingpool, gesäumt von wellenförmigen Hecken, roten Backsteinmauern und pastellfarbenen Blüten von Erigeron, Lavatera, Phlomis und Sally-Holmes-Rosen.
Für Bertherat-Kioes war die bedeutendste Veränderung die ausgewachsene Eiche, die im Zentrum der kreisförmigen Einfahrt gepflanzt wurde – „zuvor ein sehr hässlicher Ort", wie sie selbst sagt. Ein von einer Pergola aus rosa Glyzinien überdachter Gang führt zu einem spektakulären Blick über das Val d'Orcia, das seit 2004 zum UNESCO-Welterbe zählt. Den emotionalen Höhepunkt des Gartens bildet eine alte, erhöhte Voliere, die überreich mit weißen Rosen bewachsen ist – von Giubbilei als „Dornröschen-Moment" bezeichnet.
Vom strukturierten Garten zur naturalistischen Bepflanzung
Giubbilei, Gewinner von drei Goldmedaillen der Chelsea Flower Show, hat im Laufe seiner Karriere einen deutlichen Stilwandel vollzogen. Ende der 1990er Jahre waren seine stark strukturierten, geradlinigen Gärten von Barcelona bis Beverly Hills gefragt. Den entscheidenden Wendepunkt markierte 2011 eine Lehrzeit bei Fergus Garrett, dem Chefgärtner von Great Dixter im Sussex Weald. „Es war freier", beschreibt Bertherat-Kioes den Stilwechsel. „Es gab mehr Blumen und es war nicht mehr so streng."
Giubbilei begann seine Karriere ungewöhnlich: Als er Ende seiner Teenagerjahre mit einer englischen Freundin in die Außenbezirke von Siena zog, legte er instinktiv einen Gemüsegarten an. Er wusste damals nicht, dass Landschaftsgestaltung ein Beruf war. Mit 21 Jahren schrieb er sich an der Inchbald School of Design ein und startete seine Laufbahn als Blumenlieferant für die Restaurants von Giorgio Locatelli und Gordon Ramsay. „Wenn mich jemand fragt, was ich in meinen 20ern und 30ern gemacht habe, sage ich: ‚Ich habe gearbeitet'. Das ist alles, was ich getan habe", sagt er.
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Zur AktienanalyseBewusst klein, bewusst nachhaltig
Sein zehnköpfiges Studio in einem umgebauten Pub im Westen Londons ist bewusst klein gehalten, damit das Team langfristig Kontakt zu seinen Projekten halten kann. Parallel zur Casa Newton widmete sich Giubbilei einem persönlichen Projekt namens „The Field" – ein halber Hektar großes Grundstück in der Nähe seines Hauses auf Mallorca. Dessen langsame Kultivierung dokumentierte er auf Instagram, wo ihm rund 85.000 Follower folgen.
Giubbileis Philosophie hat sich im Laufe der Jahre grundlegend gewandelt. „Am Anfang meiner Karriere ging es darum, eine Vision für den Raum zu haben", sagt er. „Heute denke ich an die Verantwortung, zu diesen Gärten zurückzukehren und sie zu pflegen." Die Casa Newton sechs Jahre nach ihrem Beginn wieder zu besuchen, sei „eine wunderschöne Erfahrung". „Wenn ich im Garten sitze, habe ich das Gefühl, dass sich der Kreis geschlossen hat."


