CarMax-Aktie bricht ein trotz übertroffenem Quartalsgewinn
Neuer CEO Keith Barr präsentiert Turnaround-Plan, doch Anleger reagieren skeptisch auf sinkende Margen und fehlende Details.

Die Aktien des US-amerikanischen Gebrauchtwagenhändlers CarMax verloren am Mittwoch rund 9% an Wert – und das, obwohl das Unternehmen die Gewinnerwartungen der Wall Street für das erste Geschäftsquartal übertroffen hatte. Auslöser des Kursrückgangs war eine Mischung aus enttäuschenden Margenzahlen und einem Turnaround-Plan des neuen CEO Keith Barr, der vorerst mehr Fragen aufwirft als er beantwortet.
Der Gesamtbruttogewinn von CarMax belief sich auf 854,4 Millionen US-Dollar – ein Rückgang von 4,4% gegenüber dem ersten Geschäftsquartal des Vorjahres. Besonders auffällig: Der Bruttogewinn im Einzelhandel mit Gebrauchtwagen sank um 9,5%. Der Bruttogewinn pro verkaufter Einheit im Einzelhandel lag bei 2.177 US-Dollar, was einem Rückgang von 230 US-Dollar gegenüber dem Allzeithoch des Vorjahres entspricht.
Der Nettoumsatz stieg zwar um 6,2% auf knapp über 7,6 Milliarden US-Dollar, doch der Nettogewinn fiel um 11,8% auf 185,6 Millionen US-Dollar – verglichen mit 210,4 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Für Anleger überwiegen damit die Sorgen über Margendruck und schwierigere Marktbedingungen gegenüber dem positiven Umsatzwachstum.
Neuer CEO mit langfristigem Turnaround-Plan
Keith Barr, der frühere CEO der InterContinental Hotels Group, übernahm am 16. März die Führung bei CarMax. Seitdem hat die Aktie rund 16% zugelegt, und auf Jahressicht liegt das Papier immer noch etwa 25% im Plus. Barr wurde nach massiven Kursverlusten geholt, die im November zum Rücktritt seines Vorgängers Bill Nash geführt hatten.
Barr erklärte, er habe seine ersten drei Monate bei CarMax genutzt, um das Automobilgeschäft kennenzulernen, die Betriebsabläufe zu analysieren und potenzielle Wachstums- sowie Kostensenkungsbereiche zu identifizieren. Gleichzeitig arbeite er daran, die Kaufprozesse für Kunden zu optimieren. Die Führungsebene sei „äußerst zuversichtlich", betonte er.
Zu den ersten konkreten Maßnahmen zählen Anpassungen an der CarMax-Website – etwa die Anzeige monatlicher Raten –, die Einführung eines KI-gestützten Call-Agent-Dienstes sowie Verbesserungen beim Übergang vom Online-Bereich in die physischen Filialen. Weitere Details seines umfassenden Plans will Barr erst im Spätherbst vorstellen. Die vollständige Umsetzung werde voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Carvana ebenfalls unter Druck
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Zur AktienanalyseAuch die Aktien von Carvana, dem größten Konkurrenten von CarMax im Online-Gebrauchtwagenhandel, verloren am Mittwochmittag mehr als 7%. Dies fiel zeitlich mit der Bekanntgabe von Plänen des Online-Händlers für neue Franchise-Stellantis-Standorte zusammen. Carvana plant, diese Standorte für Fahrzeugwartung und Probefahrten zu nutzen, während der Fahrzeugverkauf weiterhin ausschließlich online stattfinden soll.
Barr lehnte einen direkten Kommentar zu den Plänen des Konkurrenten ab. Er betonte jedoch, dass CarMax festgestellt habe, dass die überwiegende Mehrheit seiner Gebrauchtwagenkunden nach wie vor gerne die Filialen besuche und das Fahrzeug vor dem Kauf persönlich in Augenschein nehme. Damit unterstreicht CarMax seinen hybriden Ansatz aus Online- und stationärem Handel als strategischen Vorteil gegenüber rein digitalen Wettbewerbern.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob Barrs Strategie ausreicht, um CarMax in einem herausfordernden Marktumfeld wieder auf Wachstumskurs zu bringen – und ob die Details im Spätherbst die hohen Erwartungen erfüllen können.


